Was unter Rammen im Spezialtiefbau verstanden wird
Beim Rammen werden vorgefertigte Bauteile direkt in den Untergrund eingebracht, ohne dass zuvor ein vollständiger Hohlraum hergestellt werden muss. Je nach System werden einzelne Elemente nacheinander gesetzt und bis zur vorgesehenen Tiefe oder zum geforderten Widerstand eingetrieben. Das Verfahren kommt für temporäre und dauerhafte Konstruktionen in Frage, sofern Baugrund und Umgebungsbedingungen dies zulassen.
Typische Anwendungen für gerammte Bauteile
Rammarbeiten werden unter anderem für Baugrubenabschlüsse, Verbaukonstruktionen, Ufer- und Wasserbauwerke sowie für Pfahlgründungen eingesetzt. Auch Rohre oder Stahlprofile können gerammt werden, wenn eine schnelle Herstellung ohne umfangreichen Aushub gefragt ist. Im innerstädtischen Umfeld werden solche Arbeiten nur dort eingesetzt, wo Erschütterungen, Lärm und die Nähe zu bestehenden Bauwerken technisch beherrscht werden können.
Bauteile, Verfahren und Einflussfaktoren
Gerammt werden je nach Aufgabe beispielsweise Spundbohlen, Stahlprofile, Rohre oder Pfähle. Die Ausführung kann mit schlagenden oder vibrierenden Eintriebsverfahren erfolgen; welche Methode gewählt wird, hängt vom Bauteil, vom Bodenaufbau und von den Randbedingungen auf der Baustelle ab. Relevant sind unter anderem Hindernisse im Untergrund, zulässige Verformungen, die geforderte Einbindung sowie Auswirkungen auf benachbarte Leitungen, Fundationen und Bauwerke.
Abgrenzung zu Bohren, Injektionen und Schlitzverfahren
Im Unterschied zu Bohren wird beim Rammen kein Bohrloch hergestellt, in das das Bauteil erst nachträglich eingebaut wird. Gegenüber Baugrundinjektion oder Hochdruckinjektion steht nicht die Veränderung des Bodens im Vordergrund, sondern das Einbringen eines tragenden oder stützenden Elements. Schlitz- oder Schmalwände entstehen aus ausgehobenen Schlitzen mit anschliessender Herstellung der Wand; gerammte Wände bestehen dagegen aus eingetriebenen Einzelbauteilen wie Spundbohlen oder Profilen.