Funktion von Baggern beim Lösen und Fördern
Bagger sind im Tunnelbau vielseitige Maschinen für den Erdaushub, das Aufnehmen von Ausbruchmaterial und das Beschicken nachgelagerter Transportmittel. In Lockergestein oder bei bereits gelöstem Material steht meist die Grab- und Ladefunktion im Vordergrund. Mit passenden Anbaugeräten können sie auch für Abtrag, Nachbruch, Profilkorrekturen oder das Freilegen von Bauzuständen eingesetzt werden.
Typische Einsatzorte im Tunnelbau
Eingesetzt werden Bagger unter anderem in Portalbereichen, Baugruben, Querschlägen, Nischen, Kavernen und in Abschnitten mit konventionellem Vortrieb. Sie unterstützen beim Räumen der Ortsbrust, beim Verladen von Ausbruch, bei der Herstellung von Arbeitsräumen und bei Rückbau- oder Reinigungsarbeiten. Auch in Übergangsbereichen zwischen Vortrieb, Sicherung und Ausbau werden sie für Materialumschlag und Hilfsarbeiten genutzt.
Bauformen und Anbaugeräte unter Tage
Für den Tunneleinsatz kommen je nach Platzverhältnissen und Aufgaben unterschiedliche Baggergrössen und Auslegerkonzepte in Frage. Auf engem Raum sind kompakte Maschinen und Bauformen mit geringem Schwenkradius zweckmässig. Typische Anbaugeräte sind Löffel, Greifer oder Hydraulikhämmer; die konkrete Ausrüstung richtet sich nach Geologie, Bauverfahren und den Anforderungen an Räumung, Abtrag oder Sortierung des Materials.
Abgrenzung zu Bohr-, Fräs- und Vortriebsmaschinen
Im Unterschied zu Bohrhammern und Drehschlagbohrmaschinen dient der Bagger nicht primär dem Herstellen von Bohrlöchern. Gegenüber Schrämmaschinen, Tunnelbohrmaschinen und Schildvortriebsmaschinen ist er keine spezialisierte Vortriebsmaschine für kontinuierlichen Ausbruch über längere Strecken. Seine Stärke liegt in der flexiblen Kombination aus Lösen, Laden, Umsetzen und Nachbearbeiten. Auch von Sprengmitteln unterscheidet sich der Bagger klar: Er ist Trägermaschine und Arbeitsgerät, nicht das eigentliche Verfahren zur Felslösung.