Sprengmittel im Kontext des Felsausbruchs
Im Tunnelbau bezeichnet Sprengmittel die Stoffe und Zündkomponenten, mit denen gebohrter Fels gezielt gelöst wird. Sie werden nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil eines abgestimmten Sprengsystems mit Bohrlöchern, Zündfolge und Sicherungsmassnahmen. Ziel ist ein kontrollierter Ausbruch mit möglichst passendem Profil, beherrschbarer Erschuetterung und planbarer Nacharbeit.
Typische Einsatzsituationen im Tunnel- und Kavernenbau
Sprengmittel werden vor allem in felsigem Baugrund eingesetzt, etwa bei Strassen- und Bahntunneln, Stollen, Querschlägen, Kavernen oder Nischen. Sie eignen sich insbesondere dort, wo wechselnde Geologie, kleinere Querschnitte oder komplexe Geometrien einen flexiblen Vortrieb erfordern. Auch in Portalbereichen oder bei lokalen Aufweitungen kann der Bohr- und Sprengvortrieb sinnvoll sein.
Bestandteile und Abstimmung des Sprengsystems
Zur Anwendung gehören in der Regel eigentliche Sprengstoffe, Zündmittel und weiteres Zubehör für die kontrollierte Auslösung. Welche Kombination verwendet wird, hängt unter anderem von Felsart, Bohrbild, gewünschter Bruchwirkung, Umweltauflagen und logistischen Rahmenbedingungen ab. In der Praxis steht daher weniger ein einzelnes Produkt im Vordergrund als die abgestimmte Auslegung des gesamten Systems für den jeweiligen Abschlag.
Abgrenzung zu Bohrgeräten und maschinischem Vortrieb
Sprengmittel unterscheiden sich von Geräten wie Bohrhammern oder Drehschlagbohrmaschinen, weil sie den Fels nicht mechanisch bearbeiten, sondern durch kontrollierte Sprengwirkung lösen. Bohrgeräte schaffen die notwendigen Bohrlöcher, während Bagger das gelöste Material abtragen. Gegenüber Schildvortriebsmaschinen, Schrämmaschinen oder Tunnelbohrmaschinen steht der Bohr- und Sprengvortrieb für ein abschnittsweises Verfahren und nicht für einen kontinuierlichen maschinellen Vortrieb.