Wofür Bohrgeräte im Wasserbau eingesetzt werden
Bohrgeräte sind Maschinen für vertikale, geneigte oder je nach Verfahren auch horizontale Bohrungen. Im wasserbaulichen Umfeld werden sie unter anderem für Baugrunderkundungen, Kernbohrungen, Ankerbohrungen, Injektionsbohrungen oder die Herstellung von Bohrpfählen und Mikropfählen eingesetzt. Entscheidend ist dabei nicht nur der Bohrdurchmesser, sondern auch, ob in Lockergestein, Fels, unter beengten Verhältnissen oder in unmittelbarer Nähe zu Wasser gearbeitet wird.
Typische Einsatzorte an Gewässern und Wasserbauwerken
Bohrgeräte werden bei Uferverbauten, Dämmen, Hochwasserschutzanlagen, Schleusen, Wehren, Stützkonstruktionen und ähnlichen Bauwerken eingesetzt. Sie dienen dort der Untersuchung des Untergrunds ebenso wie der Ausführung konstruktiver Massnahmen. In Bereichen mit wechselnden Wasserständen, eingeschränkter Zugänglichkeit oder empfindlichem Baugrund müssen Geräte, Lafetten und Arbeitsplattformen an die örtlichen Bedingungen angepasst werden.
Bauarten und technische Ausprägungen
Die Bandbreite reicht von kompakten Bohranlagen für enge Baustellen bis zu grossen Drehbohrgeräten für tiefere oder tragfähigkeitsrelevante Bohrungen. Je nach Aufgabe kommen unterschiedliche Bohrverfahren, Gestänge, Bohrwerkzeuge und Spülsysteme zum Einsatz. Für Arbeiten an Böschungen, auf Pontons oder an bestehenden Bauwerken werden häufig spezialisierte Trägergeräte oder anpassbare Maste benötigt.
Abgrenzung innerhalb der Wasserbau-Maschinen
Innerhalb der Hierarchie gehört Bohrgeräte zur Gruppe Bauwerke, Maschinen und Materialien im Wasserbau. Im Unterschied zu Pumpen, Filtern oder Reinigungsanlagen dienen Bohrgeräte nicht dem laufenden Betrieb einer wassertechnischen Anlage, sondern der Erkundung, Herstellung oder Sicherung während Bau, Umbau oder Instandsetzung. Von Drainagemaschinen unterscheiden sie sich dadurch, dass sie gezielte Bohrungen herstellen, während Drainagesysteme auf Wasserableitung und Entwässerung ausgerichtet sind.