Wie Softstarter den Motoranlauf steuern
Ein Softstarter fährt die Spannung am Motor beim Einschalten stufenlos oder in definierten Rampen hoch. So steigt der Motorstrom weniger abrupt an als beim Direktstart, und das abgegebene Drehmoment setzt kontrollierter ein. Viele Geräte steuern auch den Auslauf, um Druckschläge, Rucke oder abrupte Lastwechsel beim Abschalten zu verringern. Die Technik wird vor allem bei elektrischen Antrieben verwendet, bei denen ein schonender Start wichtiger ist als eine variable Drehzahl im Dauerbetrieb.
Typische Anwendungen in Antriebs- und Förderanlagen
Softstarter finden sich bei Pumpen, Lüftern, Förderbändern, Kompressoren und ähnlichen Maschinen mit wiederkehrenden Startvorgängen. In solchen Anwendungen helfen sie, Kupplungen, Riemen, Getriebe und Rohrleitungen beim Anlauf weniger stark zu belasten. Auch in Anlagen mit begrenzter Netzkapazität können sie sinnvoll sein, weil hohe Einschaltspitzen reduziert werden. Ob ein Softstarter geeignet ist, hängt unter anderem vom Lastverhalten der Maschine, der Startfrequenz und dem geforderten Brems- oder Auslaufverhalten ab.
Geräteausführungen und relevante Funktionen
Softstarter unterscheiden sich unter anderem nach Leistungsbereich, Phasensteuerung, Einstellmöglichkeiten und Einbauform. Je nach Ausführung lassen sich Startspannung, Rampenzeit, Strombegrenzung oder Auslauframpe parametrieren. Einige Geräte verfügen über interne Bypass-Funktionen, Diagnosemeldungen oder Schnittstellen zur Einbindung in eine Anlagensteuerung. Für die Auswahl sind nicht nur Motordaten, sondern auch Umgebungsbedingungen, Schaltschrankkonzept und die vorgesehene Schutz- und Schaltkombination relevant.
Abgrenzung zu Motorschutzschaltern, Schützen und Leistungsschaltern
Im hierarchischen Umfeld der Schutzelemente ist der Softstarter von klassischen Schutz- und Schaltgeräten zu unterscheiden. Ein Motorschutzschalter dient primär dem Schutz des Motors vor Überlast oder Fehlerzuständen, ein Schütz dem elektrischen Schalten und ein Leistungsschalter oder Sicherungsautomat der Abschaltung bei unzulässigen Strömen. Ein Softstarter übernimmt dagegen die kontrollierte Start- und teilweise Stoppphase des Motors. In der Praxis wird er deshalb häufig mit anderen Schutzelementen kombiniert, statt diese vollständig zu ersetzen.