Was bei Dichtheitsprüfung und visueller Inspektion geprüft wird
Bei der Dichtheitsprüfung wird festgestellt, ob ein Bauteil, Behälter oder Verschluss definierte Anforderungen an die Dichtheit erfüllt. Je nach Prüfaufgabe kommen Verfahren wie Druckprüfung, Differenzdruckmessung, Vakuumprüfung oder Durchflussmessung zum Einsatz. Die visuelle Inspektion ergänzt diese Prüfung um die Erkennung von äusserlich sichtbaren Merkmalen wie Rissen, Graten, Verunreinigungen, Verformungen, unvollständigen Konturen oder fehlerhaften Verschlüssen. In kamerabasierten Systemen werden dazu Bilddaten mit vorgegebenen Prüfmerkmalen abgeglichen.
Typische Einsatzbereiche in der Kunststoffverarbeitung
Eingesetzt werden diese Prüfmaschinen bei Kunststoffverpackungen, Hohlkörpern, Verschlüssen, technischen Formteilen und montierten Baugruppen mit geschlossenen Volumen oder medienführenden Bereichen. Typische Anwendungen sind die Prüfung von Behältern auf Leckagen, die Kontrolle von Schweiss- oder Siegelbereichen sowie die Sichtprüfung von Spritzguss- und Blasformteilen. Je nach Fertigungsprozess erfolgt die Prüfung inline, atline oder am Linienende. In automatisierten Abläufen werden fehlerhafte Teile häufig direkt ausgeschleust oder separat markiert.
Technische Ausprägungen der Prüfsysteme
Prüfsysteme für diese Aufgaben unterscheiden sich nach Prüfprinzip, Taktung und Integrationsgrad. Bei der Dichtheitsprüfung reicht das Spektrum von einfachen manuellen Prüfplätzen bis zu vollautomatischen Mehrfachstationen für hohe Stückzahlen. Die visuelle Inspektion kann mit einzelnen Kameras oder mit mehrseitigen Bildaufnahmen arbeiten; Beleuchtung, Bildauflösung und Zuführung werden auf die Geometrie und Oberfläche des Prüfteils abgestimmt. Häufig werden beide Prüfarten in einer Anlage kombiniert, damit Dichtheit und optische Qualität in einem Prüfschritt bewertet werden können.
Einordnung innerhalb der Prüfmaschinen
Innerhalb der Hierarchie der Prüfmaschinen ist Dichtheitsprüfung und visuelle Inspektion auf die Prüfung einzelner Produkte oder Baugruppen im laufenden Fertigungsprozess ausgerichtet. Im Unterschied zu allgemeinen Messsystemen für Masse, Gewicht oder Temperatur bewerten diese Anlagen gezielt Leckagen und sichtbare Fehlerbilder. Sie unterscheiden sich auch von Materialprüfmaschinen, die Kennwerte des Werkstoffs selbst ermitteln. Der Schwerpunkt liegt hier auf der Produktintegrität und der Erkennung von Ausschuss vor der Weiterverarbeitung oder Auslieferung.