Ablauf beim Spritzblasen
Der Prozess beginnt mit dem Spritzen eines Vorformlings auf einen Kern oder Dorn. Anschliessend wird dieser Vorformling in die Blasform überführt und mit Druckluft an die Werkzeugwand angelegt. Die endgültige Form entsteht damit nicht allein durch das Einspritzen, sondern durch die Kombination aus Vorformling und kontrollierter Aufweitung zum Hohlkörper.
Geeignete Bauteile und typische Einsatzformen
Spritzblasen wird für Hohlteile eingesetzt, bei denen Öffnung, Halsbereich oder Anschlusszone geometrisch genau ausgeführt werden müssen. Typisch sind kleinere bis mittlere Behälter sowie technische Hohlkörper mit funktionalen Mündungs- oder Dichtbereichen. Weniger passend ist das Verfahren für massive Formteile, sehr flächige Geometrien oder Bauteile, bei denen kein definierter Innenhohlraum benötigt wird.
Konstruktive und prozesstechnische Anforderungen
Entscheidend sind die Auslegung des Vorformlings und die spätere Wanddickenverteilung im aufgeblasenen Teil. Zu berücksichtigen sind Materialdehnung, Übergänge zwischen verschiedenen Querschnitten, der Hals- oder Gewindebereich sowie Dicht- und Anschlussflächen. Die Bauteilkonstruktion muss so angelegt sein, dass sich der Vorformling gleichmässig umformen lässt und die Hohlform ohne kritische Materialanhäufungen oder zu starke Ausdünnung entsteht.
Abgrenzung zu anderen Verfahren im Bereich Spritzgiessen
Als Unterbereich von Spritzgiessen ist Spritzblasen auf Hohlkörper ausgelegt. Im Unterschied zu normalen Spritzgussteilen, Dünnwand-Teilen oder Teile höchster Präzision steht hier nicht ein massives Formteil im Vordergrund, sondern ein geblasener Innenraum mit definierter Aussenkontur. Gegenüber Mehrkomponenten-, Kunststoff-Metall- oder Verbundverfahren geht es nicht primär um Materialkombinationen, und im Unterschied zu Spritzprägen, GID oder TSG wird der Hohlraum nicht durch Prägen, Gas oder Schaum im Formteil erzeugt, sondern durch das Aufblasen des Vorformlings.