Bearbeitungsprinzip beim Gleitschleifen
Beim Gleitschleifen entstehen die Bearbeitungswirkungen durch die Relativbewegung von Werkstücken, Schleifkörpern und gegebenenfalls Prozessflüssigkeit. Durch diese Bewegung werden kleine Materialüberstände abgetragen, Kanten gleichmässiger ausgeformt und die Oberfläche geglättet. Das Ergebnis hängt unter anderem von Werkstoff, Werkstückgeometrie, Medium, Prozessdauer und gewünschtem Bearbeitungsziel ab.
Geeignete Werkstücke und Bearbeitungsziele
Das Verfahren wird häufig für kleinere bis mittlere Serienbauteile eingesetzt, etwa nach Drehen, Fräsen, Stanzen oder Schneidprozessen. Typische Ziele sind das Entfernen von Sekundärgraten, das Brechen scharfer Kanten, das Glätten von Bearbeitungsspuren sowie die Vorbereitung für Beschichtung, Galvanik oder Montage. Bei empfindlichen Geometrien, tiefen Taschen oder Teilen mit Verhakungsrisiko muss die Eignung im Einzelfall geprüft werden.
Anlagen, Medien und Prozessschritte
Gleitschleifen kann je nach Aufgabe in unterschiedlichen Anlagentypen durchgeführt werden, zum Beispiel in Vibrations-, Trommel- oder Fliehkraftsystemen. Verwendet werden abrasive oder polierende Medien aus verschiedenen Werkstoffen und Formen, teils mit wässrigen Zusätzen, teils als Trockenprozess. In der Praxis werden Entgraten, Glätten und Polieren oft als aufeinander abgestimmte Prozessschritte ausgelegt, wenn sowohl Kantenbild als auch Oberflächenzustand definiert werden sollen.
Abgrenzung zu anderen Entgratverfahren
Innerhalb des Entgratens gehört Gleitschleifen zu den mechanisch wirkenden Verfahren. Im Unterschied zu chemischen, elektrochemischen oder elektrolytischen Verfahren erfolgt der Materialabtrag nicht durch gezielte Reaktion oder Stromfluss, sondern durch Kontakt und Bewegung der Medien am Werkstück. Gegenüber thermischem Entgraten ist der Prozess stärker auf die Kombination aus Entgraten, Verrunden und Oberflächenbearbeitung ausgerichtet. Im Sprachgebrauch wird Gleitschleifen teils mit Trowalisieren gleichgesetzt; in gegliederten Leistungsverzeichnissen kann Trowalisieren jedoch auch als eigene Verfahrensbezeichnung oder spezielle Ausprägung separat geführt werden.