Was Planfräsen und Doppelplanfräsen umfasst
Planfräsen dient der Bearbeitung flacher Oberflächen mit rotierenden Fräswerkzeugen. Typische Ziele sind das Erzeugen von Bezugsflächen, das Egalisieren unregelmässiger Rohoberflächen und das Herstellen einer definierten Werkstückhöhe. Beim Doppelplanfräsen werden zwei einander gegenüberliegende Flächen bearbeitet, um die Dicke des Bauteils und die Beziehung der Flächen zueinander gezielt einzustellen. Je nach Werkstück, Maschine und Spannkonzept erfolgt die Bearbeitung in einer Aufspannung oder in aufeinander abgestimmten Bearbeitungsschritten.
Typische Werkstücke und Bearbeitungssituationen
Die Bearbeitung eignet sich für prismatische Werkstücke, Platten, Leisten, Maschinenbauteile, Brennteile mit Aufmass oder vorbearbeitete Rohlinge. Planfräsen wird häufig eingesetzt, bevor Bohrungen, Nuten, Passungen oder Montageflächen gefertigt werden. Doppelplanfräsen ist besonders naheliegend, wenn zwei parallele Flächen funktional zusammengehören, etwa bei Distanzmassen, Auflageflächen oder Bauteilen mit definierter Materialstärke. Auch bei Schweisskonstruktionen oder gegossenen Rohteilen kann das Verfahren zur Herstellung belastbarer Bezugsebenen dienen.
Ausprägungen nach Werkstück, Aufmass und Bearbeitungsziel
Innerhalb der Leistung gibt es Unterschiede nach Materialabtrag, Oberflächenanforderung und Werkstückabmessung. Grober Materialabtrag zur Vorbereitung weiterer Schritte ist anders auszulegen als feines Planfräsen für massgebende Funktionsflächen. Beim Doppelplanfräsen steht meist die Kombination aus Dicke und Parallelität im Vordergrund, während beim einfachen Planfräsen oft nur eine einzelne Bezugs- oder Anschlussfläche erzeugt wird. Relevante Einflussgrössen sind unter anderem Werkstoff, Verzug des Rohlings, Spannmöglichkeiten und die Frage, ob Schrupp- und Schlichtbearbeitung getrennt erfolgen.
Abgrenzung zu anderen Fräsarbeiten
Doppelplanfräsen und Planfräsen gehören innerhalb der Fräsarbeiten zu den Verfahren für ebene, funktionale Flächen. Sie unterscheiden sich klar von Freiformflächenfräsen oder Simultanfräsen, bei denen räumlich komplexe Geometrien bearbeitet werden. Gegenüber Langlochfräsen und Nutenfräsen steht nicht die Herstellung linearer Aussparungen im Vordergrund, sondern die Qualität ganzer Planflächen. HSC-Fräsen beschreibt vor allem eine Bearbeitungsstrategie mit hoher Schnittgeschwindigkeit, während Produktionsfräsen stärker auf wiederkehrende Serienabläufe ausgerichtet ist. Das hier behandelte Verfahren ist dagegen durch die Flächengeometrie und die Bearbeitung gegenüberliegender Ebenen definiert.