Verfahrensprinzip der elektrophoretischen Abscheidung
Das Metallteil wird in ein Beschichtungsbad eingebracht und elektrisch in den Prozess eingebunden. Die im Bad enthaltenen geladenen Partikel wandern im elektrischen Feld zur Werkstückoberfläche und lagern sich dort an. Dadurch entsteht eine gleichmaessige Schichtbildung, die prozessabhängig durch Spülen, Trocknen oder Aushärten ergänzt wird. Das Verfahren setzt ein leitfähiges Substrat und eine auf Material und Anforderung abgestimmte Badchemie voraus.
Typische Anwendungen an Metallbauteilen
Elektrophorese wird vor allem eingesetzt, wenn eine flaechige und moeglichst gleichmaessige Beschichtung auf Serienbauteilen, komplizierten Konturen oder schwer zugänglichen Bereichen gefordert ist. Typische Ziele sind Korrosionsschutz, definierte Oberflaecheneigenschaften oder ein haftfaehiger Untergrund fuer nachfolgende Beschichtungen. Das Verfahren eignet sich fuer Bauteile, bei denen Spritz- oder Tauchprozesse allein geometrisch oder schichttechnisch an Grenzen stossen.
Anodische und kathodische Elektrophorese
In der Praxis wird zwischen anodischen und kathodischen Verfahren unterschieden. Die Auswahl haengt unter anderem vom Grundwerkstoff, vom eingesetzten Beschichtungssystem und von den geforderten Schichteigenschaften ab. Je nach Auslegung koennen duenne Funktionsschichten, Grundierungen oder widerstandsfaehigere Schutzschichten erzeugt werden. Welche Variante sinnvoll ist, ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Werkstoff, Vorbehandlung und weiterem Prozessaufbau.
Abgrenzung zu anderen Oberflaechenbehandlungen
Innerhalb der Oberflaechenbehandlungen ist Elektrophorese ein nasschemisches, feldgestuetztes Abscheideverfahren. Im Unterschied zu Aufdampfen oder Hochvakuumbeschichten erfolgt die Schichtbildung nicht im Vakuum, sondern in einem Fluessigkeitsbad. Gegenueber Oxidieren wird keine bestehende Metalloberflaeche direkt umgewandelt, sondern eine separate Schicht abgeschieden. Von Imprägnierung unterscheidet sich das Verfahren dadurch, dass der Fokus auf dem gezielten Schichtaufbau liegt und nicht auf dem Fuellen von Poren oder Hohlraeumen.