Was unter Bimetall im Bauteilbereich verstanden wird
Bei Bimetall bilden zwei Metalle eine dauerhafte funktionale Einheit. Die Werkstoffpartner werden so verbunden, dass ihre jeweiligen Eigenschaften im späteren Bauteil gezielt genutzt werden können. Je nach Auslegung kann eine Schicht die elektrische oder thermische Funktion übernehmen, während die andere mechanische Festigkeit, Korrosionsverhalten oder Verschleissbeständigkeit einbringt. Bimetall wird als Halbzeug oder als bereits weiterverarbeitetes Funktionsteil eingesetzt.
Typische Anwendungen von Bimetallteilen
Bimetall kommt dort zum Einsatz, wo ein einzelner Werkstoff die Anforderungen nicht vollständig abdeckt. Typische Anwendungsfelder sind Schalt- und Regelbauteile mit temperaturabhängiger Bewegung, Kontaktteile mit unterschiedlichen Anforderungen an Träger- und Funktionsmaterial oder Bauteile mit lokal angepassten Oberflächen- und Kerneigenschaften. Auch in stromführenden Komponenten oder verschleissbeanspruchten Zonen kann der Verbund aus zwei Metallen technisch sinnvoll sein.
Ausführungen, Werkstoffkombinationen und Weiterverarbeitung
Bimetall ist in verschiedenen Formen verfügbar, etwa als Band, Blech, Streifen, Scheibe oder bauteilspezifischer Zuschnitt. Entscheidend sind die gewählte Werkstoffpaarung, das Verhältnis der Schichtdicken, die Lage der Funktionsschicht und die Anforderungen an die spätere Bearbeitung. Nach dem Verbund können je nach Ausführung weitere Prozesse folgen, beispielsweise Stanzen, Biegen, Drehen oder Fügen. Die genaue Eignung hängt von der Verbindung der Metalle und vom Einsatzzweck des Bauteils ab.
Abgrenzung zu anderen Bauteilkategorien
Innerhalb der Hierarchie gehört Bimetall zu den Bauteilen nach Material und Verarbeitungstechnologie, weil der Verbundwerkstoff die Einordnung bestimmt. Im Unterschied zu Biegeteilen, Drehteilen oder Stanzteilen steht hier nicht die Formgebung im Vordergrund, sondern die Kombination zweier Metalle in einem Teil. Gegenüber Kupferlegierungen oder Lagerwerkstoffen beschreibt Bimetall keinen einzelnen Werkstoff, sondern einen mehrschichtigen metallischen Aufbau. Von Kombinationsteilen aus Metall und Kunststoff unterscheidet sich Bimetall dadurch, dass beide Partner metallisch sind.