Funktionsprinzip der Zweihandschaltung
Bei einer Zweihandschaltung muss die Bedienperson zwei räumlich getrennte Taster oder Betätigungselemente in vorgegebener Weise betätigen. Erst dann wird der gewünschte Maschinenbefehl freigegeben. Die Auswertung berücksichtigt, ob beide Signale innerhalb eines definierten Zeitfensters anliegen und wie auf Loslassen reagiert wird. Damit unterscheidet sich die Zweihandschaltung von einfachen Starttastern ohne sicherheitsbezogene Überwachung.
Einsatz an Pressen, Stanzen und manuellen Einlegeplätzen
Zweihandschaltungen werden vor allem dort verwendet, wo eine Person unmittelbar am Arbeitsbereich steht und eine gefährliche Bewegung bewusst auslösen soll. Typische Anwendungen sind Pressen, Stanz- und Biegeeinrichtungen sowie Montage-, Füge- oder Handhabungsplätze mit manuellem Werkstückhandling. Sie passen besonders zu Abläufen mit klar definierter Startfreigabe für einen einzelnen Arbeitsschritt. Weniger geeignet sind Lösungen, bei denen Personen den Gefahrenbereich während des Betriebs von mehreren Seiten betreten können.
Bauformen und Einbindung in die Steuerung
Die Betätigungseinheit kann als separates Bedienpult, als fest montierte Konsole oder als integrierter Teil eines Bedienfelds ausgeführt sein. Für die Auswertung kommen je nach Maschinenkonzept eigenständige Sicherheitsgeräte, Sicherheitsrelais oder sicherheitsgerichtete Steuerungen in Frage. Relevant sind die Anordnung der Betätigungselemente, die ergonomische Erreichbarkeit und die abgestimmte Reaktion auf Unterbrechung oder Fehlbetätigung. Bei Nachrüstungen ist zu prüfen, wie die Zweihandschaltung in bestehende Freigabe-, Tür- und Not-Halt-Kreise eingebunden wird.
Abgrenzung zu Lichtgitter, Sicherheitssteuerungen und SPS
Eine Zweihandschaltung sichert die Freigabe einer Bewegung durch eine bewusste Handlung der Bedienperson. Lichtgitter und Lichtschranken überwachen dagegen, ob ein Bereich betreten oder ein Schutzfeld unterbrochen wird; sie reagieren auf Anwesenheit statt auf aktive Betätigung. Sicherheitssteuerungen bilden die übergeordnete Logik, in die eine Zweihandschaltung eingebunden sein kann, sind aber nicht mit ihr gleichzusetzen. Von CNC-, NC- oder SPS-Steuerungen unterscheidet sie sich dadurch, dass nicht der Maschinenablauf, sondern die sichere Bedienfreigabe an einem bestimmten Arbeitsplatz im Vordergrund steht.