Bestandteile von Galvanikeinrichtungen
Eine Galvanikeinrichtung ist auf die Abfolge galvanischer Prozessschritte ausgelegt. Typische Elemente sind Behandlungsbäder, Gleichrichter zur Stromversorgung, Werkstückaufnahmen wie Gestelle oder Trommeln sowie Systeme für Transport, Spülung und Trocknung. Je nach Aufbau kommen zudem Filter-, Dosier-, Heiz-, Kühl- oder Absaugeinrichtungen hinzu. Der Anlagenbegriff umfasst damit nicht nur einzelne Apparate, sondern oft eine prozessbezogene Gesamteinrichtung.
Einsatz bei funktionalen und dekorativen Beschichtungen
Galvanikeinrichtungen werden dort verwendet, wo Oberflächen gezielt verändert werden sollen. Typische Anwendungen sind Korrosionsschutz, Verbesserung der elektrischen Leitfähigkeit, Anpassung der Reibungs- oder Verschleisseigenschaften sowie dekorative Metalloberflächen. In der Praxis sind sie meist in Prozessketten eingebunden, die mit Reinigung und Vorbehandlung beginnen und mit Spülen, Passivieren oder Trocknen enden. Die Auslegung richtet sich nach Werkstoff, Geometrie, Stückzahl und geforderter Schicht.
Anlagenformen nach Werkstück und Prozessführung
Galvanikeinrichtungen werden unter anderem als Gestellanlagen, Trommelanlagen oder Linien für definierte Werkstückträger ausgeführt. Gestellanlagen eignen sich für empfindliche oder geometrisch anspruchsvolle Teile, während Trommelanlagen eher für Schüttgut und hohe Stückzahlen eingesetzt werden. Daneben gibt es manuelle, teilautomatisierte und vollautomatisierte Anlagenkonzepte. Die Wahl der Anlagenform beeinflusst die Handhabung, die Prozessstabilität und die Reproduzierbarkeit der Beschichtung.
Abgrenzung innerhalb der Bearbeitungsverfahren
In der Hierarchie der Werkseinrichtungen gehören Galvanikeinrichtungen zu den Apparaten nach Bearbeitungsverfahren, genauer zu elektrochemischen Oberflächenprozessen. Sie unterscheiden sich von Härtereieinrichtungen, die Werkstoffeigenschaften thermisch verändern, sowie von Schleif-, Strahl- oder Fräseinrichtungen, die Material mechanisch abtragen oder bearbeiten. Auch gegenüber Schweisseinrichtungen ist die Abgrenzung klar: Beim Galvanisieren wird keine Fügeverbindung hergestellt, sondern eine Schicht auf die Oberfläche aufgebracht. Der Schwerpunkt liegt somit auf der prozesssicheren Beschichtung, nicht auf Umformung, Zerspanung oder Fügen.