Was Druckfügewerkzeuge im Fügeprozess übernehmen
Druckfügewerkzeuge leiten Presskraft kontrolliert in Bauteile ein und erzeugen damit eine Verbindung oder einen definierten Sitz. Je nach Verfahren erfolgt dies durch Einpressen, Umformen, Verpressen oder kraftschlüssiges Fügen. Das Werkzeug muss die Krafteinwirkung präzise führen, damit Bauteile nicht verkanten und die Verbindung reproduzierbar entsteht. Häufig gehören dazu formgebende oder stützende Elemente wie Auflagen, Führungen, Stempel oder Gegenstücke.
Typische Anwendungen in der Metallverarbeitung
Eingesetzt werden Druckfügewerkzeuge in Montage- und Fertigungsprozessen, bei denen Bauteile schnell und mit gleichbleibender Qualität verbunden werden sollen. Typische Anwendungen sind das Einpressen von Verbindungselementen, das Fügen dünnwandiger Metallteile oder das Herstellen von Verbindungen in pressengestützten Abläufen. Sie kommen sowohl bei Einzelarbeitsplätzen als auch in teil- oder vollautomatisierten Fertigungslinien vor. Relevant sind sie überall dort, wo thermische Verfahren ungeeignet sind oder zusätzliche Verbindungsmittel reduziert werden sollen.
Ausführungen nach Verfahren, Kraftbereich und Bauteilgeometrie
Druckfügewerkzeuge unterscheiden sich nach dem jeweiligen Fügeverfahren und nach der Art, wie die Kraft eingebracht wird. Es gibt einfache Werkzeuge für manuelle oder halbautomatische Anwendungen sowie werkzeugspezifische Einsätze für Pressen und andere Maschinen. Die Ausführung richtet sich unter anderem nach Werkstoffdicke, Toleranzen, Zugänglichkeit und der Form des Fügebereichs. Auch austauschbare Werkzeugteile, mehrstufige Werkzeugsätze oder bauteilspezifische Sondergeometrien sind möglich, wenn der Prozess auf bestimmte Komponenten abgestimmt werden muss.
Abgrenzung innerhalb der Verbindungstechnik
Innerhalb der Verbindungstechnik sind Druckfügewerkzeuge von Nietwerkzeugen, Schweisswerkzeugen und Lötkolben klar zu unterscheiden. Nietwerkzeuge setzen ein separates Verbindungselement, Schweisswerkzeuge arbeiten mit Wärme und stoffschlüssiger Verbindung, und Lötkolben fügen über ein Lot. Druckfügewerkzeuge arbeiten dagegen primär über mechanischen Druck und Werkzeuggeometrie. Gegenüber Keilnutenstosswerkzeugen, Nuteneinstechgeräten, Räumnadeln oder Reibahlen liegt der Schwerpunkt nicht auf spanender Bearbeitung oder Profilherstellung, sondern auf dem eigentlichen Fügeprozess.