Funktion von Rauchabzugsanlagen im Brandfall
Rauchabzugsanlagen sind für die gezielte Ableitung von Rauch im Ereignisfall vorgesehen. Je nach System werden definierte Rauchabzugsöffnungen geöffnet oder Rauch wird technisch abgeführt. Anders als bei der allgemeinen Lüftung steht nicht der reguläre Luftwechsel im Vordergrund, sondern die rauchtechnische Entlastung eines Bereichs.
Typische Einbauorte in Gebäuden
Solche Anlagen kommen unter anderem in Treppenhäusern, Hallen, Atrien, Verkehrswegen und grossen Innenräumen zum Einsatz. Im Metallbau werden dafür häufig Bauteile der Gebäudehülle genutzt, etwa Dachöffnungen, Lichtkuppeln, Klappen oder Fassadenelemente mit Antrieb. Welche Bereiche erfasst werden, hängt von Nutzung, Raumgeometrie und dem jeweiligen Brandschutzkonzept ab.
Natürliche und maschinelle Systeme
Grundsätzlich lassen sich natürliche und maschinelle Rauchabzugsanlagen unterscheiden. Natürliche Systeme nutzen den thermischen Auftrieb und arbeiten mit öffenbaren Elementen in Dach oder Fassade. Maschinelle Systeme fördern Rauch aktiv ab. Je nach Ausführung gehören dazu auch Auslöseeinrichtungen, Antriebe, Energieversorgung und Bedienstellen.
Abgrenzung zu RWA-Steuerungen und Türsystemen
Innerhalb der Hierarchie sind Rauchabzugsanlagen der Leistung Brandschutz zugeordnet. Sie sind umfassender als RWA-Steuerungen, denn die Steuerung ist nur ein Teil der technischen Auslösung, während die Rauchabzugsanlage das gesamte funktionale System beschreibt. Von Türschliessern oder schwellenlosen Türverschlüssen unterscheiden sie sich dadurch, dass diese Bauteile Türen schliessen oder barrierearm ausbilden, aber keinen Rauch ableiten.