Funktionsprinzip von Mehrfachverriegelungen
Eine Mehrfachverriegelung besteht aus einem Hauptschloss und zusätzlichen Verriegelungspunkten entlang der Stulpseite. Diese Punkte werden je nach Ausführung gemeinsam über den Schlüssel, den Drücker oder einen automatischen Mechanismus aktiviert. Im Unterschied zu einem einfachen Einsteckschloss wird das Türblatt nicht nur in einem Bereich gehalten, sondern verteilt über mehrere Positionen.
Typische Einsatzbereiche im Türbau
Eingesetzt werden Mehrfachverriegelungen vor allem bei Haus-, Wohnungs- und Objekttüren, bei denen eine mehrpunktige Schliessung konstruktiv vorgesehen ist. Sie kommen auch bei höheren oder stärker beanspruchten Türblättern in Frage, wenn die Verriegelung über die gesamte Türhöhe gleichmässiger erfolgen soll. Ob eine Ausführung geeignet ist, hängt unter anderem vom Türmaterial, vom Profilaufbau und vom vorgesehenen Beschlag ab.
Bauarten und Ausprägungen
Unterschieden wird unter anderem zwischen manuell verriegelnden und automatisch auslösenden Systemen. Die zusätzlichen Schliesspunkte können je nach Konstruktion als Bolzen, Haken oder andere Verriegelungselemente ausgeführt sein. Ebenfalls relevant sind die Lage der Schliesspunkte, die Stulpausführung sowie die Abstimmung mit Schlosskasten, Zylinder und Türbeschlag.
Abgrenzung zu anderen Schloss- und Zylinderarten
Mehrfachverriegelungen sind eine Schlossbauart und keine Zylinderkategorie. Ein Bauzylinder, Spezialzylinder oder Zentralanlagezylinder regelt in erster Linie die Schliessberechtigung, während die Mehrfachverriegelung die mechanische Verriegelung an mehreren Punkten übernimmt. Gegenüber Bauschlössern liegt der Unterschied in der mehrpunktigen Verriegelung; gegenüber Panikschlössern in der Funktion, denn eine Panikfunktion betrifft den Fluchtweg und kann je nach Türsystem mit einer Mehrfachverriegelung kombiniert werden.