Wie Fassadenkrane an der Gebäudehülle arbeiten
Fassadenkrane bewegen Lasten in engem Bezug zur Fassade und zu den dort vorhandenen Montagepunkten oder Arbeitsbereichen. Je nach System erfolgt die Befestigung an temporären Tragkonstruktionen, an der Gebäudestruktur, am Dachrand oder an dafür vorgesehenen Schienen- und Konsolenlösungen. Typische Bewegungen sind Heben, Senken und seitliches Positionieren von Lasten, wobei der verfügbare Bewegungsraum durch Gebäudegeometrie, Ausladung und Anschlusssituation bestimmt wird.
Einsatz bei Montage, Sanierung und Unterhalt
Im Hochbau kommen Fassadenkrane vor allem dort zum Einsatz, wo Fassadenelemente, Verglasungen, Bekleidungen, Profile oder technische Komponenten aussen am Gebäude eingebracht oder ersetzt werden. Sie sind auch in Sanierungsprojekten relevant, wenn einzelne Bauteile an bestehenden Fassaden mit begrenztem Platzangebot ausgebaut oder nachgerüstet werden. In dicht bebauten Situationen können sie eine Alternative sein, wenn der Einsatz grosser freistehender Krane wegen Platz, Erschliessung oder Reichweite nur eingeschränkt möglich ist.
Temporäre und dauerhafte Ausführungen
Fassadenkrane reichen von temporär montierten Hebesystemen für einzelne Bauphasen bis zu dauerhaft vorgesehenen Anlagen für wiederkehrende Arbeiten an der Gebäudehülle. Unterschieden wird unter anderem nach Montageort, Bewegungsart, Reichweite und Traglast. Je nach Aufgabe sind kompakte Systeme für definierte Fassadenabschnitte sinnvoll oder verfahrbare Lösungen, die mehrere Achsen oder Gebäudeseiten bedienen.
Abgrenzung zu anderen Kranarten
Innerhalb der Krantechnik sind Fassadenkrane auf Arbeiten unmittelbar am Gebäude spezialisiert. Drehkrane decken dagegen grössere Bereiche der Baustelle ab und übernehmen die allgemeine Baustellenversorgung. Portalkrane und Brückenkrane sind für klar definierte Fahrbahnen oder Hallenbereiche ausgelegt, während Wandlaufkrane typischerweise entlang von Hallenwänden im Innenraum arbeiten. Spezialkrane umfassen verschiedene Sonderlösungen; Fassadenkrane sind demgegenüber durch ihren direkten Bezug zur äusseren Gebäudehülle klar eingegrenzt.