Funktionsprinzip der pneumatischen Druckförderung
Bei der Druckförderung erzeugt ein Gebläse oder ein anderer geeigneter Gaserzeuger einen Überdruck im Fördersystem. Das Schüttgut wird dosiert in die Rohrleitung eingetragen und zusammen mit dem Fördergas durch das Leitungsnetz bewegt. Am Ziel wird das Material vom Gasstrom getrennt, etwa in einem Behälter, Filter oder Zyklon. Das Verfahren eignet sich für geschlossene Materialtransporte, bei denen Staubaustritt, Produktkontakt mit der Umgebung oder freie Förderwege vermieden werden sollen.
Einsatzbereiche in Schüttgut- und Prozessanlagen
Pneumatische Druckförderer werden eingesetzt, wenn Pulver, Granulate oder andere rieselfähige Schüttgüter zwischen Silos, Mischern, Dosieranlagen, Reaktoren oder Verpackungsstationen bewegt werden. Typische Anwendungen finden sich dort, wo Förderstrecken nicht geradlinig verlaufen oder mehrere Prozessstufen verbunden werden müssen. Auch bei geschlossenen Übergaben über Gebäudeteile, Etagen oder Produktionsbereiche hinweg ist die Druckförderung eine naheliegende Lösung. Ob das Verfahren geeignet ist, hängt unter anderem von Fliessverhalten, Kornstruktur, Feuchte, Abrasivität und gewünschter Fördermenge ab.
Auslegung nach Material, Leitungsführung und Aufgabe
Die Planung eines Druckförderers orientiert sich an der Kombination aus Schüttgut und Anlagenlayout. Relevante Punkte sind unter anderem Förderdistanz, Höhendifferenzen, Anzahl Umlenkungen, erforderlicher Durchsatz und zulässige Produktbeanspruchung. Ebenso entscheidend ist die Art der Materialaufgabe, da der Eintrag in die Druckleitung dosiert und prozesssicher erfolgen muss. Je nach Anwendung werden dazu passende Komponenten für Aufgabe, Leitungsführung, Gas-Material-Trennung und Steuerung kombiniert.
Abgrenzung zu Saugförderern und verwandten Komponenten
Innerhalb der pneumatischen Förderer unterscheiden sich Druckförderer von pneumatischen Saugförderern durch die Förderrichtung des Gasstroms: Bei der Druckförderung wird das Material vom Aufgabeort weggedrückt, bei der Saugförderung zum Empfangspunkt hin angesaugt. Pneumatische Rohre und Rohrweichen sind keine eigenständigen Förderverfahren, sondern Teile des Leitungsnetzes, mit denen Förderwege aufgebaut und verteilt werden. Zellenradschleusen übernehmen in vielen Anlagen eine Aufgabe bei Dosierung und Druckentkopplung, ersetzen aber den Druckförderer nicht. In der Hierarchie der Stetigförderer für Schüttgüter ist der pneumatische Druckförderer damit eine eigenständige Förderlösung innerhalb der pneumatischen Fördertechnik.