Wie ein Wärmezähler die Wärmemenge berechnet
Ein Wärmezähler besteht typischerweise aus einem Durchflusssensor, zwei Temperaturfühlern und einem Rechenwerk. Der Durchflusssensor erfasst die Menge des zirkulierenden Heizmediums, während die Fühler die Temperaturen in Vorlauf und Rücklauf messen. Aus diesen Werten wird die übertragene Wärmeenergie über einen Zeitraum berechnet. Damit misst das Gerät nicht nur eine Momentan-Temperatur, sondern den tatsächlichen Wärmeverbrauch.
Typische Einbauorte in Heizungs- und Verteilanlagen
Wärmezähler werden in Gebäuden mit mehreren Nutzungseinheiten, in technischen Zentralen und in Übergabestationen eingesetzt. Sie erfassen den Verbrauch einzelner Wohnungen, Nutzflächen oder Heizkreise und können auch zur Überwachung von Teilanlagen dienen. In grösseren Liegenschaften unterstützen sie die Zuordnung von Wärmemengen auf bestimmte Bereiche. In Netzen mit zentraler Wärmeversorgung werden sie zudem an Schnittstellen zwischen Erzeugung, Verteilung und Bezug verwendet.
Bauformen und Auswahlkriterien bei Wärmezählern
Wärmezähler unterscheiden sich unter anderem nach Bauform, Messprinzip und Auslesemöglichkeit. Verbreitet sind Kompaktgeräte sowie Ausführungen mit getrenntem Rechenwerk und Sensorik. Bei der Auswahl sind unter anderem der vorgesehene Durchflussbereich, die Einbausituation, das Medium im System und die gewünschte Datenübertragung relevant. Je nach Anwendung stehen Geräte für einfache lokale Ablesung oder für die Einbindung in übergeordnete Erfassungs- und Gebäudesysteme zur Verfügung.
Abgrenzung zu Thermometern und Thermostaten
Innerhalb der Hierarchie der Mess- und Regeltechnik stehen Wärmezähler nahe bei Temperaturmessgeräten, erfüllen jedoch eine andere Aufgabe. Ein Thermometer zeigt eine Temperatur an, ein Wärmezähler ermittelt aus Temperaturdifferenz und Durchfluss eine Energiemenge. Gegenüber Thermostaten ist die Abgrenzung noch klarer: Thermostate regeln Sollwerte oder schalten Heizvorgänge, Wärmezähler erfassen lediglich den Verbrauch. Damit gehören sie fachlich zur Messtechnik und nicht zur eigentlichen Regelung.