Funktion im hydraulischen Abgleich
Mit Abgleichventilen werden definierte Wassermengen in einem Rohrnetz eingestellt, damit einzelne Kreise weder über- noch unterversorgt werden. Das betrifft etwa Heizungs- und Kaltwassernetze mit mehreren Strängen, unterschiedlichen Leitungslängen oder variierenden Druckverhältnissen. Je nach Ausführung erfolgt die Einstellung manuell oder über eine selbsttätige Begrenzung des Durchflusses. Ziel ist eine nachvollziehbare Verteilung der Volumenströme gemäss Auslegung des Systems.
Typische Einbauorte in Heiz- und Kühlsystemen
Abgleichventile werden in Steigleitungen, Strangabschnitten, Verteilergruppen sowie an einzelnen Verbrauchern eingesetzt. In Heizungsanlagen finden sie sich unter anderem in Strangregulierungen, bei Heiz- und Kühldecken, Fan-Coil-Systemen oder in Verteilungen mit mehreren hydraulischen Kreisen. Auch in Kälte- und Klimaanlagen werden sie genutzt, wenn Teilnetze mit unterschiedlichen Lasten aufeinander abgestimmt werden müssen. Der Einbauort richtet sich nach Netzaufbau, Zugänglichkeit und dem Punkt, an dem der Volumenstrom wirksam beeinflusst werden soll.
Ausführungen und technische Merkmale
Gebräuchlich sind statische Abgleichventile mit fester Einstellung sowie dynamische Ausführungen, die den Volumenstrom innerhalb eines vorgesehenen Bereichs konstant halten. Viele Modelle verfügen über Messanschlüsse, damit Differenzdruck oder Volumenstrom bei der Inbetriebnahme kontrolliert werden können. Je nach Anwendung werden Gewinde- oder Flanschanschlüsse, verschiedene Nennweiten sowie unterschiedliche Werkstoffe eingesetzt. Bei der Auswahl sind Medium, Temperaturbereich, Druckverhältnisse und die geforderte Einregulierbarkeit zu berücksichtigen.
Abgrenzung zu Regel-, Heizkörper- und Absperrventilen
Abgleichventile unterscheiden sich von Regelventilen dadurch, dass sie nicht für die laufende Anpassung an wechselnde Sollwerte vorgesehen sind, sondern für die hydraulische Voreinstellung oder Begrenzung. Heizkörperventile wirken direkt am einzelnen Heizkörper und übernehmen die lokale Durchflusssteuerung, während Abgleichventile häufig auf Strang- oder Verteilerebene eingesetzt werden. Absperrventile und Kugelventile dienen in erster Linie dem Öffnen und Schliessen einer Leitung. Druckreduzierventile beeinflussen den Druck, nicht den hydraulischen Abgleich eines Netzes.