Wie Erdwärme im Gebäude nutzbar gemacht wird
Bei geothermischen Anlagen wird dem Boden über ein Erschliessungssystem Wärme entzogen und an die Haustechnik übergeben. Dafür kommen je nach Standort vertikale oder horizontale Systeme in Frage. Die eigentliche Wärmeerzeugung im Heizsystem erfolgt in vielen Fällen über eine Wärmepumpe, die das Temperaturniveau der Umweltwärme auf ein für Heizung und Warmwasser geeignetes Niveau anhebt. Zur Leistung gehören deshalb nicht nur die Wärmequelle im Untergrund, sondern auch deren hydraulische und technische Einbindung in das Gebäude.
Typische Einsatzbereiche im Neubau und im Bestand
Geothermie wird in Einfamilienhäusern, Mehrfamilienhäusern sowie in Verwaltungs- und Gewerbebauten eingesetzt. Im Neubau lässt sich das System früh auf Gebäudehülle, Wärmeabgabe und Technikräume abstimmen. Im Bestand ist die Nutzung ebenfalls möglich, wenn die Platzverhältnisse, die geologischen Voraussetzungen und die erforderlichen Systemtemperaturen passen. Besonders relevant ist dabei, ob die vorhandene Wärmeverteilung mit niedrigen Vorlauftemperaturen betrieben werden kann oder angepasst werden muss.
Systemvarianten und die Rolle der Wärmepumpe
Zu den typischen Ausprägungen gehören Erdsonden, flächengebundene Erdkollektoren und andere standortabhängige Lösungen zur Nutzung der Bodenwärme. Welche Variante geeignet ist, hängt unter anderem von der Grundstücksgrösse, dem Untergrund und den behördlichen Rahmenbedingungen ab. Die untergeordnete Leistung Wärmepumpen betrifft das Aggregat zur Temperaturanhebung; Erdwärme | Geothermie umfasst dagegen die Erschliessung der Wärmequelle und deren Einbindung in das Gesamtsystem. Tiefe geothermische Anwendungen für Fernwärme oder Stromerzeugung sind davon im Hochbau klar zu unterscheiden.
Abgrenzung zu anderen Leistungen der Wärmeerzeugung
Innerhalb der Hierarchie gehört Erdwärme | Geothermie zur Wärmeerzeugung und Wärmeverteilung, unterscheidet sich aber deutlich von anderen Heizsystemen. Im Unterschied zu Solarthermie stammt die Wärme nicht aus solarer Einstrahlung, sondern aus dem Untergrund. Im Unterschied zu Öfen und anderen verbrennungsbasierten Heizungen entstehen keine Abgase aus einem Feuerungsprozess, weshalb Abgasleitungen und Kamine in diesem Zusammenhang in der Regel nicht zur Kernleistung gehören. Armaturen, Instrumente und Regelungen sind technische Komponenten des Gesamtsystems, beschreiben aber nicht die Erschliessung der Wärmequelle selbst.