Verbrennung von Sägemehl und Holzspänen im Heizkessel
Diese Heizkessel sind auf Brennstoffe mit anderer Struktur als Stückholz, Pellets oder grobe Holzschnitzel ausgelegt. Das Material wird in der Regel aus einem Lager dosiert zur Feuerung gefördert und dort kontrolliert verbrannt; die entstehende Wärme wird über den Kessel an das Heizsystem übertragen. Damit die Verbrennung stabil bleibt, müssen Kessel, Beschickung und Regelung zum Fliess- und Brennverhalten des eingesetzten Materials passen.
Einsatz in Schreinereien, Zimmereien und holzverarbeitenden Betrieben
Typische Einsatzorte sind Betriebe, in denen Sägemehl und Späne laufend anfallen, etwa Schreinereien, Zimmereien, Sägereien oder andere Holzverarbeiter. Die erzeugte Wärme kann für Werkstätten, Hallen, Bürobereiche oder betriebliche Trocknungsaufgaben genutzt werden, sofern die Anlage entsprechend ausgelegt ist. Besonders naheliegend ist diese Heiztechnik dort, wo Reststoffe direkt am Standort verfügbar sind und nicht separat entsorgt oder aufbereitet werden sollen.
Brennstoffbeschaffenheit, Lagerung und Austragung
Für diese Kessel sind Korngrösse, Restfeuchte, Schüttdichte und Gleichmässigkeit des Brennstoffs wesentlich. Sägemehl verhält sich anders als grobe Hobelspäne, und wechselnde Mischungen beeinflussen Dosierung und Verbrennung. Daraus ergeben sich Anforderungen an Lagerform, Austragungssystem, Fördereinrichtungen und Entaschung. Auch die Sauberkeit des Materials ist relevant, weil Fremdstoffe die Feuerung und den Betrieb beeinträchtigen können.
Abgrenzung zu Pellet-, Holzschnitzel- und Stückholzkesseln
Innerhalb der Heizkessel gehören Sägemehlheizkessel und Spänefeuerungsheizkessel zu den Biomasseanlagen für lose Holzreststoffe. Gegenüber Pelletheizkesseln verarbeiten sie in der Regel weniger standardisierte Brennstoffe; gegenüber Holzschnitzelfeuerungsheizkesseln ist das Material feiner und leichter. Von Holzfeuerungsheizkesseln für Scheitholz unterscheiden sie sich durch die übliche automatische Beschickung. Im Unterschied zu Öl-, Gas- oder Brennwertheizkesseln erfordern sie zudem eine auf feste Biomasse abgestimmte Lager- und Fördertechnik.