Funktion in Rauchgas- und Abgasstrecken
Rauchgasventilatoren erzeugen oder stabilisieren den notwendigen Volumenstrom im Rauchgasweg. Sie überwinden Strömungswiderstände, die durch Kessel, Öfen, Wärmetauscher, Schalldämpfer, Klappen oder lange Leitungsführungen entstehen. Je nach Anlagenkonzept arbeiten sie auf der Saug- oder Druckseite und beeinflussen damit den Unter- oder Überdruck im System. Anders als Ventilatoren in der Komfortlüftung sind sie für heisse und je nach Brennstoff auch chemisch belastete Medien ausgelegt.
Einsatzbereiche bei Heizungen, Öfen und Prozesswärme
Typische Anwendungen finden sich in Heizanlagen mit komplexer Abgasführung, in gewerblichen und industriellen Ofenanlagen sowie in wärmetechnischen Prozessen mit geführter Rauchgasabfuhr. Auch bei Sanierungen bestehender Anlagen werden Rauchgasventilatoren eingesetzt, wenn geänderte Betriebsbedingungen zu höheren Druckverlusten führen. In Anlagen mit mehreren Komponenten im Abgasweg sichern sie einen reproduzierbaren Betrieb über unterschiedliche Lastzustände hinweg. Die konkrete Einbindung hängt von der Feuerung, der Leitungsführung und den angeschlossenen Aggregaten ab.
Auslegung nach Temperatur, Medium und Druckverlust
Bei der Auswahl sind die thermische Belastung des Fördermediums, dessen Zusammensetzung sowie der erforderliche Betriebspunkt zu berücksichtigen. Relevant sind unter anderem Fördermenge, statischer Druck, zulässige Temperaturbereiche und die Beständigkeit gegenüber Feuchte, Kondensat oder korrosiven Bestandteilen im Rauchgas. Ebenso wichtig sind Werkstoffwahl, Dichtheit, Lagerkonzept und die Anordnung des Antriebs im Verhältnis zum heissen Medium. Ob eine konstante oder drehzahlgeregelte Betriebsweise sinnvoll ist, ergibt sich aus dem Lastprofil der Anlage.
Abgrenzung zu Rauchgasreinigungsanlagen und anderen Systemen
Rauchgasventilatoren fördern das Abgas, reinigen es jedoch nicht. Diese Aufgabe übernehmen Rauchgasreinigungsanlagen, die Partikel, saure Bestandteile oder andere Schadstoffanteile aus dem Abgasstrom entfernen. Gegenüber allgemeiner Lüftungstechnik unterscheiden sich Rauchgasventilatoren durch die Auslegung für höhere Temperaturen, belastete Medien und die Einbindung in feuerungstechnische Systeme. Von elektronischer Regelung, Mess- oder Sicherheitstechnik sind sie ebenfalls abzugrenzen, auch wenn sie häufig mit solchen Komponenten zusammenarbeiten.