Was unter Fördern im Erdbau verstanden wird
Fördern umfasst das innerbetriebliche Bewegen von Erdmaterial auf der Baustelle oder zwischen festgelegten Arbeitsbereichen. Dazu gehört das Verbringen von Boden aus Baugruben, Gräben oder Abtragsflächen zu Zwischenlagern, Verfüllbereichen oder zu Stellen, an denen das Material geladen oder weiterverarbeitet wird. Im Unterschied zum eigentlichen Aushub beschreibt Fördern nicht das Lösen des Bodens, sondern den Weg des bereits aufgenommenen Materials.
Typische Einsatzbereiche für Förderleistungen
Förderleistungen fallen bei Baugruben, Leitungsgräben, Geländeabträgen, Dammschüttungen und allgemeinen Erdarbeiten an. Sie werden benötigt, wenn Material nicht unmittelbar am Entnahmeort eingebaut oder abgeführt werden kann. Auch bei beengten Baustellen, bei Höhenunterschieden oder bei getrennten Bereichen für Aushub, Zwischenlagerung und Wiedereinbau ist das Fördern ein eigener Arbeitsschritt.
Förderwege, Materialflüsse und praktische Ausprägungen
Die Ausführung richtet sich nach Distanz, Zugänglichkeit und Materialbeschaffenheit. Unterschieden werden kurze oder längere Förderwege sowie horizontale und vertikale Materialbewegungen, etwa aus tieferen Baugruben auf Geländeniveau. Je nach Baustellenlogistik kann das Fördern direkt zum Einbauort erfolgen oder zuerst in ein Zwischenlager, von wo das Material später erneut bewegt wird.
Abgrenzung zu Lösen, Laden und Einbauen
Innerhalb der Hierarchie der Erdbau-Dienstleistungen liegt Fördern zwischen vorgelagerten und nachgelagerten Arbeitsschritten. Lösen beschreibt das Trennen des Bodens aus dem gewachsenen Verband, Baggern das Aufnehmen und Ausheben, Laden das Verbringen auf ein Transportmittel und Einbauen das gezielte Einbringen am Bestimmungsort. Fördern grenzt sich zudem von Leistungen wie Bodenabtrag, Fundamentaushub oder Herstellung von Baugruben ab, weil dort der Entnahmevorgang im Vordergrund steht, nicht die Materialbewegung.