Welche Arbeiten unter Kanalbau fallen
Im Kanalbau werden neue Kanaltrassen erstellt, bestehende Leitungen ersetzt oder saniert und Netzteile an Gebäude, Strassen oder Sonderbauwerke angebunden. Zum Leistungsbild gehören typischerweise Aushub, Verbau, Rohrverlegung, Schachtbau, Bettung, Verfüllung sowie die Wiederherstellung der Oberfläche. Je nach Projekt kommen zudem Kontrollschächte, Einläufe, Sonderformstücke und Anschlussleitungen hinzu.
Typische Einsatzbereiche im Siedlungs- und Infrastrukturbau
Kanalbau wird bei der Erschliessung neuer Baugebiete, bei Werkleitungsprojekten, bei Strassenumbauten und bei der Erneuerung bestehender Entwässerungsnetze eingesetzt. Auch in Industriearealen, bei öffentlichen Anlagen und im Umfeld von Verkehrsflächen entstehen kanalbauliche Aufgaben. Der Umfang reicht von einzelnen Hausanschlüssen bis zu längeren Leitungsabschnitten mit mehreren Schächten und komplexen Einbindungen in bestehende Netze.
Bauweisen, Sanierung sowie eingesetzte Maschinen und Materialien
Kanäle werden je nach Situation in offener Bauweise oder mit grabenlosen Verfahren erstellt oder erneuert. Neben dem Neubau gehören deshalb auch Sanierungen zum Kanalbau, sofern bestehende Leitungen funktional oder baulich instand gesetzt werden. Verwendet werden je nach Projekt unterschiedliche Rohrmaterialien, Schachtbauteile, Bettungs- und Verfüllmaterialien; dazu kommen Erdbewegungsmaschinen, Verdichtungsgeräte und Geräte für Einbau, Hebung oder Prüfung.
Abgrenzung zu anderen Bereichen des Tiefbaus
Kanalbau ist dem Tiefbau zugeordnet, unterscheidet sich jedoch in Ziel und Ausführung von benachbarten Disziplinen. Im Unterschied zum Strassenbau und Wegebau steht nicht die Verkehrsfläche, sondern das unterirdische Entwässerungssystem im Vordergrund. Gegenüber Wasserbau befasst sich Kanalbau in der Regel nicht mit Gewässern oder Uferverbauungen, und im Unterschied zu Grundbau oder Spezialtiefbau liegt der Schwerpunkt nicht auf Baugrundverbesserung oder Spezialfundationen, sondern auf dem Leitungs- und Schachtbau.