Was unter MK6 bei Ausbruchsmaterialien verstanden wird
MK6 ist eine Klassierung für Ausbruchsmaterial, das im Rahmen eines Tunnelprojekts gesondert geführt werden muss. Die Einstufung erfolgt nicht allein aufgrund des Gesteinstyps, sondern nach den im Projekt definierten Kriterien zur stofflichen Beschaffenheit und zum zulässigen Entsorgungs- oder Behandlungsweg. Damit ist MK6 keine allgemeine Materialbezeichnung, sondern Teil der Materiallogistik und Umweltplanung im Tunnelbau.
Typische Anforderungen bei Erfassung und Materialfluss
Material der Klasse MK6 wird auf der Baustelle getrennt erfasst, damit es nicht mit anders eingestuften Ausbruchsmaterialien vermischt wird. Üblich sind klar definierte Abläufe für Vortriebsbeobachtung, Beprobung, Kennzeichnung, Zwischenlagerung, Transport und Nachweisführung. Je nach Projekt sind zusätzliche Schutzmassnahmen für Lagerflächen, Umschlag und Transport erforderlich, damit der vorgesehene Behandlungs- oder Entsorgungsweg eingehalten werden kann.
Grundlagen für die Einstufung in MK6
Die Einstufung stützt sich auf geologische Vorerkundungen, baubegleitende Beobachtungen und, wo erforderlich, analytische Untersuchungen. Relevant sind dabei nicht nur mögliche Belastungen, sondern auch Reaktionsverhalten, Auslaugbarkeit oder andere Eigenschaften, die den Umgang mit dem Material beeinflussen. Welche Prüfwerte, Prüfverfahren und Entscheidungswege gelten, wird in der Regel projektspezifisch festgelegt.
Abgrenzung zu MK1 bis MK5
Innerhalb der Hierarchie Ausbruchsmaterialien steht MK6 für denjenigen Bereich mit den strengsten Vorgaben an Separierung und weiteren Materialweg. Gegenüber MK1 bis MK5 ist die Handhabung in der Regel restriktiver, weil Verwertung, Deponierung oder Behandlung stärker eingeschränkt sein können. Die exakte Grenze zwischen den Klassen ergibt sich aus dem jeweiligen Materialkonzept des Tunnelprojekts und nicht aus der Klassenbezeichnung allein.