Welche Materialarten im Tunnelbau darunter fallen
Unter Materialien werden im Tunnelbau alle stofflichen Produkte und Rohstoffe verstanden, die für Vortrieb, Sicherung, Ausbau und Ausrüstung eingesetzt oder aus dem Bauprozess gewonnen werden. Dazu gehören beispielsweise Spritzbeton, Ortbeton, Betonfertigteile, Stahl- und Bewehrungskomponenten, Dichtungsbahnen, Injektionsmittel, Mörtel, Drainageelemente sowie Material für Kabelschutz oder Innenausbau. Ebenfalls einzuordnen sind anfallende Ausbruchsmaterialien, sofern deren Klassierung, Aufbereitung, Zwischenlagerung oder weitere Verwendung Teil des Materialthemas ist.
Einsatz entlang von Vortrieb, Sicherung und Ausbau
Materialien werden im Tunnelbau phasenabhängig eingesetzt. Im Vortrieb dienen sie etwa der unmittelbaren Sicherung des Hohlraums, zum Beispiel durch Spritzbeton, Anker, Stahlrippen oder Injektionen. Im Ausbau kommen Materialien für Abdichtung, Innenschale, Entwässerung, Fahrbahnaufbau, Leitungsführung oder technische Ausrüstung hinzu. Bei maschinellem Vortrieb können zudem segmentierte Ausbauteile und Dichtsysteme relevant sein, während im konventionellen Vortrieb häufig andere Materialkombinationen verwendet werden.
Ausbruchsmaterialien und sonstige Materialien
Innerhalb der Kategorie lassen sich Ausbruchsmaterialien von übrigen Baustoffen unterscheiden. Ausbruchsmaterial entsteht beim Lösen des Gebirges und muss je nach Beschaffenheit getrennt, transportiert, zwischengelagert, aufbereitet oder weiterverwendet werden. Sonstige Materialien umfassen die Produkte, die dauerhaft oder temporär in den Tunnel eingebaut oder während der Bauausführung verbraucht werden. Dazu zählen auch Hilfsstoffe, sofern sie unmittelbar dem Tunnelbauprozess zugeordnet sind.
Abgrenzung zu Maschinen und Dienstleistungen
Die Kategorie Materialien betrifft Stoffe und Bauprodukte, nicht jedoch Geräte oder Leistungen. Maschinen umfassen im Tunnelbau beispielsweise Vortriebs-, Bohr-, Lade-, Förder- oder Mischtechnik. Dienstleistungen beziehen sich auf Planung, Vermessung, Logistik, Prüfungen, Entsorgung, Instandhaltung oder bauausführende Arbeiten. Die Abgrenzung ist besonders dann relevant, wenn Materiallieferung, Materialprüfung und Einbau organisatorisch getrennt vergeben oder beschafft werden.