Elektrische Antriebe für geregelte Bewegungen
In der Antriebstechnik wird elektrische Energie in kontrollierte Dreh- oder Linearbewegung umgesetzt. Typische Aufgaben sind das Anfahren, Bremsen, Halten, Positionieren und das Fahren definierter Bewegungsprofile. Je nach Anwendung werden Bewegungen mit konstanten Drehzahlen oder mit präziser Regelung von Position und Dynamik ausgeführt. Fachlich umfasst die Leistung deshalb nicht nur den Motor, sondern auch Leistungselektronik, Parametrierung, Schutz- und Einspeisekomponenten sowie die Schnittstellen zur Steuerung.
Anwendungen in Automation und gebäudenahen Anlagen
Antriebstechnik wird dort eingesetzt, wo Bewegungen reproduzierbar und elektrisch steuerbar ablaufen müssen. Dazu zählen beispielsweise Fördertechnik, Positionierachsen, Handhabungseinheiten, Wickel- und Dosieranlagen oder automatisierte Türen, Tore und Klappen. In gebäudenahen Automationslösungen betrifft sie vor allem bewegte Funktionseinheiten, nicht die übergreifende Vernetzung des Gebäudes. Entscheidend sind dabei Anforderungen wie Taktverhalten, Regelgüte, Lastwechsel, Betriebsdauer und die Einbindung in den gesamten Anlagenablauf.
Unterbereiche von Antriebsschränken bis Servotechnik
Zu den typischen Unterleistungen gehören Antriebsschränke, Servomotoren und Servoverstärker. Antriebsschränke bündeln Einspeisung, Schutz, Leistungsteile und Verdrahtung für einzelne Antriebe oder komplette Achsgruppen. Servomotoren kommen zum Einsatz, wenn Bewegungen mit genauer Positions- und Geschwindigkeitsführung gefordert sind. Servoverstärker versorgen und regeln diese Motoren und bilden die Verbindung zwischen Steuerungssignalen und der tatsächlichen Achsbewegung. Je nach Aufgabe reicht das Spektrum von einzelnen geregelten Achsen bis zu mehreren synchronisierten Antrieben innerhalb einer Maschine oder Anlage.
Abgrenzung zu Steuerung, Robotik und Gebäudesystemtechnik
Antriebstechnik ist innerhalb der Automation die Ebene, welche Bewegungen physisch ausführt. Die Steuerung legt Logik, Abläufe und Freigaben fest, während die Antriebstechnik diese Vorgaben in Motorbewegungen umsetzt. Von der Robotik unterscheidet sie sich dadurch, dass Robotik die kinematische Gesamtfunktion eines Roboters und dessen Bahnbewegungen umfasst, während Antriebstechnik die einzelnen Achsen und ihre Regelung behandelt. Gegenüber der Gebäudesystemtechnik liegt der Fokus nicht auf der gewerkeübergreifenden Vernetzung von Funktionen wie Licht, Klima oder Beschattung, sondern auf den konkreten Antriebseinheiten und deren elektrischem Betrieb.