Was bei einer Abnahmekontrolle geprüft wird
Im Rahmen der Abnahmekontrolle werden elektrische Installationen besichtigt, gemessen und funktional geprüft. Kontrolliert werden unter anderem Schutzmassnahmen, Leiterzuordnung, Anschlüsse, Abschaltbedingungen, Dokumentation sowie die fachgerechte Ausführung der Installation. Die Prüfung bezieht sich auf die konkret erstellten oder geänderten Anlageteile und dient der nachvollziehbaren Beurteilung des sicherheitstechnischen Zustands.
Typische Anlässe für eine Abnahmekontrolle
Abnahmekontrollen fallen typischerweise nach Neubauten, Umbauten, Sanierungen oder Erweiterungen elektrischer Installationen an. Sie werden durchgeführt, bevor eine Anlage an die Eigentümerschaft, die Bauherrschaft oder den Betrieb übergeben wird. Auch bei Nutzungsänderungen, bei Eingriffen in Verteilungen oder bei der Erstellung sicherheitsrelevanter Stromkreise ist eine abschliessende Kontrolle üblich.
Prüfumfang, Dokumentation und festgestellte Mängel
Der genaue Umfang richtet sich nach Art, Grösse und Komplexität der Installation sowie nach den anwendbaren Vorgaben. Die Ergebnisse werden in der Regel dokumentiert, einschliesslich festgestellter Abweichungen und allfälliger Nachbesserungen. Werden Mängel erkannt, sind diese zu beheben und je nach Situation erneut zu prüfen, bevor die Installation als abnahmefähig gilt.
Abgrenzung zu periodischer Kontrolle und Sicherheitsnachweis
Die Abnahmekontrolle betrifft den Abschluss einer neu erstellten oder veränderten Installation. Im Unterschied dazu beziehen sich periodische Kontrollberichte auf wiederkehrende Prüfungen bestehender Anlagen im laufenden Betrieb. Der Sicherheitsnachweis (SiNa) dokumentiert den normgerechten Zustand und die durchgeführten Kontrollen, ist jedoch nicht mit der eigentlichen Prüfung gleichzusetzen. Von CE-Kennzeichnung und internationaler Konformitätsbewertung unterscheidet sich die Abnahmekontrolle zudem dadurch, dass sie installierte Anlagen vor Ort prüft und nicht das Inverkehrbringen von Produkten bewertet.