Leitungsführung im Bodenaufbau
Bodenkanäle sind Installationskanäle, die im oder auf dem Bodenaufbau angeordnet werden und Leitungen geschützt aufnehmen. Je nach Ausführung verlaufen sie im Unterlagsboden, im Doppelboden oder in dafür vorgesehenen Bodensystemen. Sie schaffen definierte Trassen für die Verteilung zu Bodentanks, Geräteeinsätzen oder anderen Entnahmestellen und erleichtern damit eine strukturierte Installation über die Raumfläche.
Typische Einsatzbereiche für Telekommunikations- und Anschlussstellen
Verwendet werden Bodenkanäle vor allem in Büroflächen, Sitzungsräumen, Verkaufsflächen, Schulungsräumen und anderen Bereichen mit Arbeitsplätzen fern von der Wand. Sie eignen sich für Telefon-, Netzwerk- und weitere Schwachstromleitungen sowie je nach Planung auch für die gemeinsame Führung mit Energieinstallationen in getrennten Bereichen. Besonders zweckmässig sind sie dort, wo Anschlüsse flexibel im Raum verteilt oder an wechselnde Möblierungen angepasst werden müssen.
Ausführungen und Einbauten bei Bodenkanälen
Bodenkanäle unterscheiden sich unter anderem nach Einbauart, Zugänglichkeit und der Art der Entnahmestellen. Häufig werden Systeme mit Revisionsöffnungen, Bodentanks oder Geräteeinsätzen verwendet, damit Anschlüsse an definierten Punkten erreichbar bleiben. In der Planung sind unter anderem Platzbedarf, Trennung unterschiedlicher Leitungstypen, Schutz der Leitungen, Belastbarkeit des Bodenaufbaus sowie die spätere Nutzung des Raums zu berücksichtigen.
Abgrenzung zu anderen Kanalarten
Innerhalb der Kanäle sind Bodenkanäle auf die Leitungsführung im Fussboden ausgerichtet. Im Unterschied zu Wandkanälen oder Brüstungskanälen verlaufen sie nicht entlang der Wandzone, sondern erschliessen Anschlusspunkte direkt aus der Fläche. Deckenkanäle führen Installationen oberhalb des Nutzungsbereichs, während allgemeine Kabelkanäle oft als übergeordnete Bezeichnung für unterschiedliche offene oder geschlossene Führungen dienen. Bodenkanäle unterscheiden sich zudem von Zutritts- oder Sicherheitssystemen, da sie keine Funktionen der Überwachung oder Steuerung übernehmen, sondern der physischen Leitungsführung dienen.