Wie Carbon- und Graphitlacke als Abschirmbeschichtung funktionieren
Diese Lacke enthalten leitfähige Füllstoffe auf Carbon- oder Graphitbasis, die nach dem Auftrag eine elektrisch wirksame Oberfläche bilden. Auf Kunststoffgehäusen, Abdeckungen oder Trägerteilen kann so eine Fläche entstehen, die elektromagnetische Störeinflüsse reduziert oder definierte Ableitpfade unterstützt. Entscheidend sind dabei nicht nur die Leitfähigkeit des Lackes, sondern auch Schichtdicke, Flächenkontinuität, Kontaktstellen und die Verbindung zu Masse oder Schirm.
Typische Einsatzorte in Geräten, Gehäusen und Baugruppen
Carbon- und Graphitlacke werden im Inneren oder auf ausgewählten Bereichen von Gehäusen, Deckeln, Kammern und Formteilen verwendet. Typische Anwendungen finden sich bei elektronischen Geräten mit Kunststoffanteilen, bei Sensorgehäusen, Steuerungskomponenten oder bei Baugruppen, bei denen einzelne Zonen abgeschirmt werden sollen. Sie kommen auch in Entwicklungs- und Kleinserienumgebungen vor, wenn konstruktive Änderungen an bestehenden Teilen begrenzt möglich sind.
Relevante Unterschiede bei Formulierung und Verarbeitung
Am Markt unterscheiden sich Abschirmlacke unter anderem nach Bindemittelsystem, Viskosität, Trocknungs- oder Aushärtungsverhalten sowie nach dem vorgesehenen Auftrag per Sprühen, Streichen oder anderen Verfahren. Carbon- und Graphitformulierungen können sich in Leitfähigkeit, Oberflächencharakter und mechanischer Belastbarkeit unterscheiden. Für die Auswahl sind deshalb Untergrundhaftung, gewünschter Schichtaufbau, Kontaktierbarkeit und die Reproduzierbarkeit der Beschichtung im jeweiligen Fertigungsprozess massgebend.
Abgrenzung zu anderem Zubehör der Elektrotechnik
Innerhalb der Hierarchie unter weiterem Zubehör handelt es sich bei Abschirmlacken Carbon Graphitlacke um Beschichtungsstoffe und nicht um mechanische Installationsteile. Sie unterscheiden sich von EMV-Abschirmungsschläuchen, die Leitungen oder Kabelbündel umhüllen, sowie von Elektrorohren oder Isolierschläuchen, die primär führen, schützen oder isolieren. Gegenüber Nano-Silberlacken und Tinten sind Carbon- und Graphitlacke stärker auf flächige Abschirmbeschichtungen ausgerichtet, während silberbasierte Systeme häufig dort betrachtet werden, wo sehr leitfähige oder fein strukturierte Schichten gefragt sind.