Elektrische Funktion von Hochspannungsdurchführungen
Eine Durchführung bildet die isolierte Passage eines elektrischen Leiters durch eine geerdete Begrenzung. Typisch ist der Übergang von einem Innenraum mit einem bestimmten Isoliermedium zu einer äusseren Umgebung oder zu einem anderen Anlagenteil. Die Bauteile müssen dabei elektrische Feldverhältnisse beherrschen, Kriechstrecken und Isolationsabstände einhalten sowie mechanische und thermische Belastungen aufnehmen.
Einsatzorte in Transformatorenstationen und Hochspannungsanlagen
Durchführungen kommen an Leistungstransformatoren, Messwandlern, Schaltanlagen und weiteren Betriebsmitteln mit gekapselten oder abgegrenzten Innenräumen vor. Sie verbinden beispielsweise Wicklungsanschlüsse mit Freileitungs-, Kabel- oder Sammelschienenseiten. Auch bei Gebäudedurchtritten oder gekapselten Anlagen werden entsprechende Ausführungen eingesetzt, wenn ein Leiter sicher durch eine Trennstelle geführt werden muss.
Bauarten nach Einbauort, Isolationsaufbau und Anschluss
Durchführungen unterscheiden sich unter anderem nach Spannungsebene, Stromtragfähigkeit, Einbaulage und Umgebungsbedingungen. Üblich sind Innenraum- und Freiluftausführungen sowie Varianten für unterschiedliche Isoliermedien auf Innen- oder Aussenseite der Anlage. Je nach Anwendung werden einfache oder feldgesteuerte Isolationsaufbauten, verschiedene Isolierwerkstoffe sowie unterschiedliche Anschlussformen für Leiter, Kabel oder Schienen verwendet.
Abgrenzung zu Schaltern, Trennern, Kupferschienen und Kondensatoren
Durchführungen sind keine Schaltgeräte. Im Unterschied zu Schaltern und Trennern stellen sie keine gezielte Schalt- oder Trennfunktion bereit, sondern einen dauerhaft isolierten Durchgang. Gegenüber Kupferschienen, die Ströme innerhalb der Anlage verteilen, bilden Durchführungen die Schnittstelle durch eine geerdete Begrenzung. Von Kondensatoren unterscheiden sie sich ebenfalls klar, da sie nicht zur Energiespeicherung oder Blindleistungskompensation dienen, sondern zur sicheren Leiterdurchführung.