Thermische Behandlung ohne vollständige Oxidation
Bei der Pyrolyse wird das Material erhitzt, ohne dass eine vollständige Verbrennung stattfindet. Je nach Input und Prozessführung entstehen Pyrolysegas, kondensierbare Kohlenwasserstoffe sowie ein kohlenstoffhaltiger Feststoff. Für den stabilen Betrieb sind eine definierte Aufgabe, kontrollierte Temperaturführung, geeignete Verweilzeiten und der sichere Umgang mit gasförmigen Produkten entscheidend.
Einsatz bei vorbehandelten gemischten Abfallfraktionen
Im Bereich gemischter Abfälle kommen Pyrolyseanlagen vor allem für Fraktionen in Frage, die nach Sortierung und Aufbereitung einen ausreichend homogenen organischen Anteil aufweisen. Dazu zählen je nach Anlage kunststoffhaltige Stoffströme oder heizwertreiche Mischfraktionen. Stark mineralische, stark feuchte oder mit Metallen und Fremdstoffen belastete Materialien sind in der Regel nur nach entsprechender Vorbehandlung geeignet.
Anlagenteile und verfahrenstechnische Ausprägungen
Pyrolyseanlagen werden als kontinuierliche oder diskontinuierliche Systeme ausgeführt. Die Auslegung kann auf unterschiedliche Produktziele ausgerichtet sein, etwa auf gasförmige Produkte, kondensierbare Fraktionen oder feste Rückstände. Zum Gesamtsystem gehören je nach Konzept Aufgabe und Dosierung, Zerkleinerung und Trocknung, Reaktor und Beheizung, Kondensation, Gasreinigung sowie Austrag und Behandlung der festen Rückstände.
Abgrenzung zu Verbrennung, Fermentation und Sortiertechnik
Innerhalb der Aufbereitung und Behandlung gemischter Abfälle ist die Pyrolyse eine thermochemische Umwandlung und keine rein mechanische Trenntechnik. Sie unterscheidet sich von Verbrennungsanlagen dadurch, dass keine vollständige Oxidation des Materials angestrebt wird. Gegenüber Fermentern behandelt sie nicht nasse, biologisch abbaubare Substrate über mikrobielle Prozesse, sondern überwiegend thermisch geeignete Fraktionen. Sortieranlagen, Siebanlagen oder Shredderanlagen stehen häufig vor der Pyrolyse und bereiten den Stoffstrom erst auf.