Technische Aufgaben bei gemischten Abfallströmen
Gemischte Abfälle enthalten Stoffe mit unterschiedlichen Korngrössen, Dichten, Feuchtigkeiten, Heizwerten und Störstoffen. Die Aufbereitung setzt deshalb auf mehrstufige Prozessketten, in denen Materialströme getrennt, zerkleinert, klassiert und je nach Ziel weiterbehandelt werden. Typische Ergebnisse sind abtrennbare Metallfraktionen, heizwertreiche Anteile, mineralische Reststoffe, Feinfraktionen oder für weitere Behandlungsschritte konditioniertes Material. Welche Verfahrensfolge eingesetzt wird, hängt von Zusammensetzung, Verschmutzungsgrad und dem vorgesehenen Verwertungs- oder Entsorgungsweg ab.
Anwendungsfelder in Entsorgungs- und Behandlungsanlagen
Eingesetzt werden solche Systeme unter anderem bei gemischten Siedlungs- und Gewerbeabfällen, Sperrgut, Restfraktionen aus Sortierprozessen oder belasteten Mischfraktionen aus industriellen Abläufen. Die Anlagentechnik findet sich in Annahme- und Aufbereitungsbereichen, mechanisch-biologischen Behandlungsanlagen, Vorbehandlungsstufen vor thermischer Nutzung sowie in Stoffstromzentren mit verschiedenen Ausgangsfraktionen. Auch bei der Reduktion von Volumen, der Homogenisierung des Inputs oder der Entfernung störender Bestandteile kommt die Leistung zum Einsatz.
Maschinen, Verfahrensschritte und Teilbereiche
Zur Aufbereitung gemischter Abfälle gehören je nach Anlagenkonzept unter anderem Shredderanlagen und Zerkleinerungsanlagen, Siebanlagen, Klassiereinrichtungen, Sortieranlagen, Windsichter sowie Eisen- und Magnetausscheider. Pressen, Brikettieranlagen oder Granuliereinrichtungen dienen der Verdichtung oder gezielten Weiterverarbeitung einzelner Fraktionen. In bestimmten Prozessketten werden zusätzlich chemische oder physikalische Behandlungsstufen, thermische Verfahren oder spezielle Komponenten wie Greifer- und Krananlagen, Kippgeräte oder Infrastrukturanlagen für Verbrennungsprozesse eingebunden. Die Unterleistungen beschreiben dabei einzelne Systemarten und Maschinenklassen innerhalb der übergeordneten Behandlung gemischter Abfälle.
Abgrenzung zu Verwertung, Sonderabfall und Sammlung
Diese Leistung ist innerhalb der Abfallbewirtschaftung dem Bereich Anlagen, Maschinen und Produkte zugeordnet und beschreibt vor allem die technische Aufbereitung heterogener Abfallströme. Sie unterscheidet sich von der Einsammlung und dem Transport, weil nicht die Logistik, sondern die Behandlung im Werk oder in der Anlage im Vordergrund steht. Von der Verwertung und dem Wertstoffrecycling grenzt sie sich dadurch ab, dass zunächst gemischtes Material in verwertbare oder weiterbehandelbare Fraktionen überführt wird; das eigentliche werkstoffliche Recycling folgt erst danach. Ebenfalls abzugrenzen sind die Kompostierung organischer Abfälle für getrennt erfasste Biofraktionen, die Sonderabfallbehandlung für gefährliche Stoffe sowie die Endlagerung als letzter Entsorgungsschritt.