Erfassung und Ableitung von Deponiegas
Bei der Gasgewinnung wird Deponiegas gezielt aus dem Deponiekörper erfasst, über Leitungen gesammelt und einem weiteren Prozess zugeführt. Dazu gehören in der Regel Gasbrunnen oder Drainageelemente, Sammelleitungen, Mess- und Regelpunkte sowie Einrichtungen für den Umgang mit Kondensat. Die Leistung dient nicht nur der Nutzung des Gases, sondern auch der kontrollierten Führung von methanhaltigen Gasströmen innerhalb des Deponiesystems.
Einsatz in Betrieb, Stilllegung und Nachsorge
Gasgewinnung ist vor allem dort relevant, wo abgelagerte Stoffe über längere Zeit Deponiegas bilden. Sie kann in aktiven Deponieabschnitten, in stillgelegten Bereichen oder während der Nachsorge notwendig sein. Umfang und Auslegung hängen unter anderem vom Deponieaufbau, vom Alter der Ablagerungen, von den erfassten Gasströmen und vom betrieblichen Gesamtkonzept ab.
Technische Ausprägungen der Systeme
Je nach Deponiegeometrie und Erfassungsziel kommen unterschiedliche Systeme zum Einsatz. Üblich sind vertikale Gasbrunnen, horizontale Gasdrainagen oder Kombinationen daraus. Ergänzt werden sie durch Sammel- und Hauptleitungen, Absperr- und Regelelemente, Kondensatmanagement sowie Aggregate zur Förderung des Gases. Nach der Erfassung kann das Gas beispielsweise einer Fackel, einer Aufbereitung oder einer energetischen Nutzung zugeführt werden.
Abgrenzung zu Bau, Abdichtung und weiterer Deponietechnik
Gasgewinnung ist innerhalb der Deponie eine eigene Leistung und nicht mit benachbarten Bereichen gleichzusetzen. Abdichtungen, Abdeckungen und Folien beeinflussen die Gasführung, ersetzen aber keine aktive Gaserfassung. Bauleistungen betreffen den Deponiekörper und die bauliche Infrastruktur, während Pumpen primär für Flüssigkeiten eingesetzt werden. Der Sammelbegriff Technik kann Komponenten der Gasgewinnung einschliessen, bezeichnet aber nicht so präzise das eigentliche System zur Erfassung und Ableitung von Deponiegas.