Was Belüftungseinrichtungen in Kläranlagen leisten
Belüftungseinrichtungen bringen Luft oder Sauerstoff in das Abwasser ein und unterstützen zugleich die Durchmischung des Beckeninhalts. Dadurch werden aerobe Mikroorganismen mit dem notwendigen Sauerstoff versorgt, um gelöste und partikuläre Belastungen biologisch abzubauen. Die Auslegung richtet sich unter anderem nach Beckengeometrie, Abwasserzusammensetzung, gewünschtem Sauerstoffeintrag und der vorgesehenen Betriebsweise.
Typische Einsatzorte in der biologischen Abwasserbehandlung
Eingesetzt werden Belüftungssysteme vor allem in aeroben Zonen der biologischen Behandlung, etwa in Belebungsbecken oder nitrifizierenden Prozessstufen. In intermittierend betriebenen Reaktoren wechseln Belüftungs- und Ruhephasen, damit unterschiedliche biologische Reaktionen nacheinander stattfinden können. Auch bei Lastschwankungen oder veränderlichen Zuflüssen muss die Belüftung so geführt werden, dass die Prozessbedingungen im Becken erhalten bleiben.
Bauarten und technische Ausprägungen
Zu den üblichen Ausprägungen zählen feinblasige und grobblasige Eintragsysteme sowie mechanische oder hydraulische Belüftungsverfahren. Sie unterscheiden sich im Luftaustrag, in der Durchmischungswirkung, im Druckbedarf und im Umgang mit betrieblicher Verschmutzung. Zum Gesamtsystem gehören je nach Konzept auch Gebläse, Luftleitungen, Armaturen, Regelung und Messpunkte für den Prozessbetrieb.
Einordnung innerhalb der Hierarchie und Abgrenzung zu Gewässern
In dieser Hierarchie bezeichnet Kläranlagen die Anwendung von Belüftungseinrichtungen innerhalb technischer Abwasseranlagen, nicht den allgemeinen Bau oder Betrieb einer gesamten Kläranlage. Gegenüber der Geschwisterleistung Flüsse und Seen ist der Einsatzbereich klar abgegrenzt: In offenen Gewässern geht es um ökologische oder hydraulische Situationen im Naturraum, in Kläranlagen um kontrollierte biologische Prozesse in Becken und Reaktoren. Die Leistung ist damit ein spezifischer Teilbereich der biologischen Abwasserbehandlung.