Wirkprinzip elektrolytischer Trennverfahren
Die Trennung beruht auf elektrochemischen Reaktionen und auf dem Verhalten geladener Teilchen im elektrischen Feld. Je nach Auslegung werden Kolloide destabilisiert, gelöste Stoffe an Elektroden abgeschieden, feine Partikel zu grösseren Einheiten zusammengeführt oder über elektrolytisch gebildete Gasblasen an die Oberfläche transportiert. Das Ergebnis sind abtrennbare Feststoffe, aufschwimmende Phasen oder konzentrierte Teilströme, die anschliessend weiterbehandelt oder entsorgt werden.
Typische Einsatzfälle in der Abwasserbehandlung
Eingesetzt werden diese Verfahren bei industriellen und gewerblichen Abwässern mit feinen Partikeln, stabilen Emulsionen, erhöhten Metall- oder Salzgehalten sowie schwer sedimentierbaren Stoffen. Sie eignen sich für Prozessabwässer, bei denen die Trennung über Schwerkraft, einfache Filtration oder Öl-Wasser-Abscheidung allein nicht ausreicht. Auch bei schwankenden Belastungen können elektrolytische Verfahren genutzt werden, sofern die Abwasserzusammensetzung und die elektrischen Randbedingungen berücksichtigt werden.
Verfahrensformen und technische Ausprägungen
Zu den Ausprägungen zählen Verfahren mit elektrochemischer Destabilisierung von Schmutzstoffen, gasgestützte Auftrennung durch elektrolytisch erzeugte Blasen sowie ionische Trennung im elektrischen Feld. In der Praxis unterscheiden sich diese Verfahren unter anderem durch Elektrodenmaterial, Stromführung, Betriebsweise und die nachgeschaltete Abscheidung der abgetrennten Phase. Für die Auslegung sind Faktoren wie Leitfähigkeit, pH-Wert, Stoffgemisch, Schlamm- oder Konzentratmenge und Reinigungsziel relevant.
Abgrenzung innerhalb der elektrolytischen Behandlung
In der Hierarchie der Abwasserbehandlung gehört diese Leistung zur chemischen Behandlung mit elektrolytischen Verfahren. Im Unterschied zur Geschwisterleistung Metallrückgewinnung steht hier nicht primär die gezielte Rückführung eines bestimmten Metalls in verwertbarer Form im Vordergrund, sondern die Abtrennung oder Konzentration von Stofffraktionen aus dem Abwasser. Trennverfahren sind damit breiter angelegt und können sowohl metallhaltige als auch nichtmetallische Belastungen betreffen.