Was bei Kläranlagen unter maschineller Ausrüstung verstanden wird
Zur maschinellen Ausrüstung gehören technische Einheiten, die Stoffströme innerhalb der Anlage aktiv beeinflussen. Je nach Verfahrensschritt sind das beispielsweise Förderaggregate, Rechen- und Siebeinrichtungen, Räumer, Rührwerke, Eindicker, Entwässerungsmaschinen oder Fördersysteme für Schlamm und Feststoffe. Diese Komponenten sind direkt an die hydraulischen, biologischen oder schlammtechnischen Prozesse der Kläranlage angebunden.
Einsatzbereiche entlang des Anlagenprozesses
Maschinelle Ausrüstungen kommen vom Zulauf bis zur Schlammbehandlung zum Einsatz. Im Einlaufbereich übernehmen sie das Rückhalten und Austragen von Grobstoffen, im weiteren Verlauf das Fördern, Mischen, Räumen oder Abtrennen von Stoffen. In der Schlammbehandlung stehen Verdickung, Entwässerung und innerbetrieblicher Transport im Vordergrund. Welche Ausrüstung erforderlich ist, hängt vom Verfahren, der Anlagengrösse und den Eigenschaften des Mediums ab.
Typische Ausführungen und technische Auslegung
Maschinelle Komponenten werden nach Medium, Feststoffanteil, Beanspruchung und Einbausituation ausgewählt. Relevante Unterschiede betreffen unter anderem trocken oder nass aufgestellte Aggregate, kontinuierlich oder intermittierend arbeitende Maschinen sowie Ausführungen für abrasive, faserige oder korrosive Medien. Ebenso sind Wartungszugang, Austauschbarkeit von Verschleissteilen, Redundanz und die Einbindung in bestehende Prozessabläufe zentrale Punkte der Auslegung.
Abgrenzung zu baulichen und elektrischen Ausrüstungen
Die Leistung "maschinell" bezieht sich auf die mechanisch arbeitenden Anlagenteile selbst. Davon zu trennen sind bauliche Leistungen wie Becken, Kanäle, Fundamente oder Gebäude sowie elektrische Ausrüstungen wie Energieversorgung, Verkabelung, Schaltanlagen, Antriebsansteuerung und Messsignale. In der Praxis greifen diese Bereiche ineinander, fachlich werden sie jedoch getrennt geplant, geliefert oder instandgehalten.