Technischer Inhalt der Automatisierung und Prozesskontrolle
Die Leistung umfasst die Auslegung, Strukturierung und Umsetzung von Steuerungs- und Regelungsfunktionen für verfahrenstechnische Anlagen. Typische Elemente sind Messwerterfassung, Signalverarbeitung, Schaltlogik, Verriegelungen, Alarmbehandlung und Regelkreise für definierte Prozessgrössen. Prozesskontrolle bezieht sich dabei auf das laufende Überwachen und Beeinflussen des Anlagenbetriebs, während die Automatisierung wiederkehrende Abläufe ohne manuelle Einzelsteuerung ausführt. Je nach Anlage werden dafür speicherprogrammierbare Steuerungen, Prozessleitsysteme und zugehörige Feldgeräte aufeinander abgestimmt.
Anwendung in Wasser-, Abwasser- und Schlammbehandlungsanlagen
In dieser Branche betrifft Automatisierung und Prozesskontrolle unter anderem Pumpwerke, Beckenbeschickung, Belüftung, Dosiersysteme, Filtrationsstufen, Entwässerung und Schlammbehandlung. Geregelt werden beispielsweise Durchfluss, Füllstand, Druck, Dosiermengen oder betriebliche Schaltfolgen zwischen mehreren Aggregaten. Auch Störmeldungen, Umschaltlogiken bei Lastwechseln und definierte Reaktionen auf Grenzwertverletzungen gehören dazu. Die konkrete Ausprägung hängt von Verfahren, Anlagenaufbau und dem gewünschten Grad an Betriebsführung über die Leitebene ab.
Regelungsarten, Betriebslogik und Einbindung in die Leittechnik
Automatisierung und Prozesskontrolle kann als einfache Einzelsteuerung, als mehrstufige Ablaufsteuerung oder als vernetzte Regelungsstruktur über mehrere Anlagenteile ausgeführt sein. Dazu zählen kontinuierliche Regelkreise, zeit- oder zustandsabhängige Schaltfolgen, Prioritätslogiken, Sicherheitsverriegelungen und Betriebsarten wie Hand, Automatik oder Fernbetrieb. Ebenfalls relevant ist die Einbindung von Messstellen, Antrieben, Ventilen und Dosieraggregaten in Visualisierung, Alarmierung und Betriebsdatenerfassung. Damit wird festgelegt, welche Informationen an der Leitebene verfügbar sind und welche Eingriffe lokal oder zentral erfolgen.
Einordnung innerhalb von Automatisierungssystemen und Abgrenzung zu Druckstoss-Themen
Innerhalb der übergeordneten Leistung Automatisierungssysteme und Prozessleitsysteme beschreibt Automatisierung und Prozesskontrolle den funktionalen Umgang mit Betriebsabläufen und Regelaufgaben in der Anlage. Im Unterschied dazu behandeln Druckstoss-Berechnungen und Druckstoss-Simulationen hydraulische Vorgänge in Rohrsystemen, etwa bei schnellen Lastwechseln oder Schliessvorgängen. Diese Analysen können Grundlagen für Automatisierungsfunktionen liefern, sind aber nicht mit der eigentlichen Steuerungs- und Regelungsauslegung gleichzusetzen. Automatisierung und Prozesskontrolle bezieht sich somit auf die operative Führung des Prozesses, nicht auf die gesonderte hydraulische Untersuchung transienter Zustände.