Was ein Leitungskataster dokumentiert
Ein Leitungskataster ist ein strukturierter Datenbestand zu vorhandenen Leitungsnetzen. Es verbindet räumliche Informationen mit technischen Angaben, damit einzelne Leitungsabschnitte und Bauwerke eindeutig zugeordnet werden können. Je nach Netz und Datenlage umfasst dies beispielsweise Lage im Plan, Tiefenbezug, Leitungsart, Nennweiten, Materialien, Baujahre, Knotenpunkte, Schächte, Einläufe oder Anschlüsse. Die Dokumentation kann digital geführt und mit Karten, Plänen, Vermessungsdaten oder Bestandsunterlagen verknüpft werden.
Einsatz im Betrieb, bei Projekten und im Unterhalt
Leitungskataster werden genutzt, wenn bestehende Netze lokalisiert, geprüft oder in Projekte eingebunden werden müssen. Typische Anwendungen sind die Projektierung von Umbauten, die Koordination mit anderen Werken, die Vorbereitung von Unterhaltsarbeiten sowie die Beurteilung von Netzabschnitten vor Eingriffen im Bestand. Auch bei Störungen oder Schadensfällen erleichtert ein aktueller Kataster die Zuordnung betroffener Leitungen und Bauwerke. In der Abwasser- und Entwässerungsinfrastruktur bildet er zudem die Datengrundlage für weitere fachliche Auswertungen.
Datenquellen, Erfassung und Pflege
Die Qualität eines Leitungskatasters hängt von Herkunft, Genauigkeit und Aktualität der Daten ab. Grundlagen können aus Vermessungen, Werkleitungsplänen, Ausführungsunterlagen, TV-Inspektionen, GPS-Aufnahmen oder älteren Archiven stammen. Bestehende Daten werden dabei häufig vereinheitlicht, plausibilisiert und in ein gemeinsames Datenmodell überführt. Ebenso gehört zur Leistung die laufende Nachführung, damit Neubauten, Umlegungen, Stilllegungen oder Sanierungsmassnahmen im Bestand nachvollziehbar bleiben.
Abgrenzung zu Netzüberwachung, Bewirtschaftung und Sanierung
Das Leitungskataster beschreibt in erster Linie den Bestand eines Netzes. Es unterscheidet sich damit von der Archivierung und Überwachung des Kanalnetzes, bei der Zustandsdaten, Inspektionen oder laufende Beobachtungen im Vordergrund stehen. Gegenüber der Kanalnetzbewirtschaftung ist das Kataster die Datengrundlage, nicht die operative oder strategische Steuerung des Netzes. Von Leitungssanierungen und Rohrsanierungen grenzt sich die Leistung dadurch ab, dass keine bauliche Erneuerung erfolgt, sondern die vorhandene Infrastruktur dokumentiert und nachgeführt wird.