Funktionsprinzip der Druckluftabwasserförderung
Bei der Druckluftabwasserförderung wird anfallendes Abwasser zunächst in einem Sammel- oder Vorlagebehälter erfasst. Anschliessend wird es durch kontrollierten Luftdruck abschnittsweise in eine Druckleitung überführt und zum nächsten Netzpunkt oder zu einer weiterführenden Behandlung transportiert. Das Verfahren arbeitet in einem geschlossenen System und erfordert eine abgestimmte Kombination aus Behälter, Armaturen, Leitungsnetz, Steuerung und Luftversorgung.
Einsatzsituationen mit erschwerter Ableitung
Die Technik kommt vor allem dann in Betracht, wenn natürliche Gefälleverhältnisse fehlen oder Leitungswege baulich problematisch sind. Das kann bei einzelnen Liegenschaften, abgelegenen Anlagen, unterirdischen Bereichen oder bei Bestandsumbauten der Fall sein. Auch bei sensiblen Standorten, an denen Eingriffe in den Untergrund oder grössere Leitungsquerschnitte vermieden werden sollen, kann eine Druckluftlösung geprüft werden.
Auslegung nach Abwassermenge, Leitungsweg und Betrieb
Die konkrete Ausführung richtet sich nach dem anfallenden Abwasser, den Förderintervallen, den Höhendifferenzen und der Länge der Leitungsstrecke. Unterschieden werden unter anderem objektspezifische Einzelanlagen und Lösungen für mehrere Anschlussstellen. Für die Planung relevant sind zudem die Betriebsweise, die Steuerung der Luftzufuhr, die Einbindung in bestehende Netze sowie Anforderungen an Zugänglichkeit, Wartung und Betriebssicherheit.
Abgrenzung zu anderer Abwasserförderung
Innerhalb der Abwasserförderung ist die Druckluftabwasserförderung ein spezielles Förderverfahren für bestimmte Rahmenbedingungen. Im Unterschied zur Vakuumabwasserförderung wird das Abwasser nicht durch Unterdruck angesaugt, sondern durch Überdruck aus einem Behälter in die Leitung gedrückt. Gegenüber allgemeineren Förderlösungen beschreibt die Leistung also nicht jede Form des Transports von Abwasser, sondern eine klar definierte technische Methode mit eigener Systemlogik.