Aufbau und Funktion der PUR-Auskleidung
Das Rohr besteht aus einem tragenden Gusseisenkörper und einer innen aufgebrachten PUR-Auskleidung. Diese Schicht trennt das Abwasser von der metallischen Rohrinnenwand und dient dem Schutz gegen medienbedingte Angriffe sowie gegen Verschleiss durch Feststoffe oder Strömungseinwirkungen. Die Kombination verbindet die Formstabilität des Gussrohrs mit einer auf die Innenbeanspruchung ausgelegten Oberfläche.
Einsatz in Abwasserleitungen mit erhöhter Innenbeanspruchung
PUR-ausgekleidete Gusseisenrohre kommen dort in Betracht, wo Abwasser nicht nur abgeleitet, sondern unter anspruchsvolleren Bedingungen transportiert wird. Dazu zählen kommunale oder industrielle Leitungen mit wechselnder Medienzusammensetzung, erhöhtem Feststoffanteil oder belastenden Reinigungs- und Prozesswässern. Auch in Leitungsabschnitten von Hebeanlagen, Pumpensystemen oder technischen Infrastrukturen kann die Innenauskleidung relevant sein, wenn die Rohrinnenfläche gezielt geschützt werden soll.
Systemkomponenten und planerische Punkte
Zur Leistung gehören in der Regel nicht nur gerade Rohre, sondern je nach System auch Formstücke, Übergänge und passende Verbindungen. Für die Planung sind insbesondere Medium, Temperatur, Abrasionsverhalten, hydraulische Belastung und die Kompatibilität aller Bauteile im Rohrstrang zu prüfen. Ebenso ist zu klären, ob nur die Innenauskleidung massgebend ist oder ob zusätzlich Anforderungen an die Aussenbeschichtung, Einbausituation oder Verbindungstechnik bestehen.
Abgrenzung innerhalb der Kategorie Abwasserrohre
Als spezialisierte Ausführung innerhalb der Abwasserrohre unterscheiden sich Gusseisenabwasserrohre mit PUR-Auskleidung von allgemeinen Gusseisenabwasserrohren durch den gezielten Schutz der Innenfläche. Gegenüber Kunststoffabwasserrohren steht weniger die reine Materialwahl als die Kombination aus Gusskörper und Auskleidung im Vordergrund. Beton-, Stahlbeton-, Steinzeug- oder Glasabwasserrohre werden je nach Netz, Medium und Einbausituation aus anderen werkstoffbezogenen Gründen gewählt; Stahl oder rostfreie Systeme wiederum decken eigene Anforderungen an Korrosionsverhalten und Prozessumgebung ab.