Wie das Seitenkanalprinzip Unterdruck erzeugt
Bei Seitenkanalvakuumpumpen wird das Gas durch ein schnell rotierendes Laufrad mehrfach im Seitenkanal beschleunigt und verdichtet. Das Verfahren arbeitet berührungslos zwischen den wesentlichen Förderelementen, wodurch kein direkter Kontakt im Verdichtungsraum entsteht. Daraus ergibt sich ein trockener Betrieb ohne innere Schmierung des Fördermediums. Geeignet sind vor allem Luft und gasförmige Medien, nicht jedoch der dauerhafte Eintrag grösserer Flüssigkeitsmengen oder abrasiver Feststoffe.
Typische Aufgaben in Wasser- und Abwasseranlagen
Im Umfeld von Wasserbehandlung, Abwasserbehandlung und Schlammbehandlung werden Seitenkanalvakuumpumpen für Unterdruckaufgaben in Leitungs-, Behälter- und Prozesssystemen verwendet. Dazu zählen Absaugvorgänge, Entlüftung, das Fördern von Luftströmen sowie Anwendungen, bei denen ein gleichmässiger Gasstrom benötigt wird. Relevant ist die Auslegung dort, wo feuchte Luft, schwankende Lasten oder längere Laufzeiten auftreten. In solchen Anlagen werden oft auch Filter, Schalldämpfer oder Abscheider in das System eingebunden.
Bauarten, Stufen und technische Ausprägungen
Seitenkanalvakuumpumpen sind in einstufigen und zweistufigen Ausführungen erhältlich. Einstufige Geräte werden typischerweise eingesetzt, wenn ein höherer Volumenstrom bei begrenztem Unterdruck gefragt ist. Zweistufige Varianten erreichen im Vergleich dazu ein höheres Vakuumniveau. Je nach Anwendung werden offene oder gekapselte Bauformen, unterschiedliche Werkstoffe sowie Aggregate mit Motor, Schalldämpfung, Filtration und Überwachungskomponenten eingesetzt.
Abgrenzung zu Drehschieber- und Schraubenvakuumpumpen
Innerhalb der Vakuumpumpen stehen Seitenkanalvakuumpumpen für trockene Förderung und eine vergleichsweise einfache, berührungsarme Bauweise. Gegenüber Drehschiebervakuumpumpen erreichen sie in der Regel geringere Endvakua, kommen dafür ohne Betriebsöl im Verdichtungsraum aus. Im Vergleich zu Schraubenvakuumpumpen sind sie meist für weniger anspruchsvolle Vakuumanforderungen ausgelegt und werden häufiger dort eingesetzt, wo ein kontinuierlicher Luftstrom und eine kompakte Systemeinbindung im Vordergrund stehen. Die Auswahl hängt vom geforderten Vakuumniveau, dem Medium und den Betriebsbedingungen ab.