Funktionsprinzip von Membranventilen
Bei einem Membranventil wird eine elastische Membran auf einen Dichtsitz oder über einen Strömungskanal gedrückt. Dadurch lässt sich der Volumenstrom absperren oder in gewissem Umfang regeln. Charakteristisch ist, dass Spindel, Antrieb und andere bewegte Teile nicht direkt mit dem Medium in Kontakt kommen. Das reduziert Anforderungen an die medienberührten Metallteile und vereinfacht den Einsatz bei chemisch anspruchsvollen Anwendungen.
Einsatz in Wasser-, Abwasser- und Prozessleitungen
Membranventile werden in Anlagen der Wasserbehandlung, Abwasserbehandlung und Schlammführung eingesetzt, wenn Medien nicht nur flüssig, sondern auch belastet oder chemisch aktiv sein können. In Kunststoff-Rohrleitungssystemen kommen sie unter anderem in Dosierstrecken, Aufbereitungsanlagen, Chemikalienleitungen und Nebenprozessen zum Einsatz. Je nach Ausführung eignen sie sich für klare Medien ebenso wie für Medien mit Partikeln oder erhöhter chemischer Beanspruchung.
Bauformen, Werkstoffe und Betätigung
Die Eignung eines Membranventils hängt von der Kombination aus Gehäusewerkstoff, Membranmaterial und Betätigungsart ab. Im Kunststoff-Rohrleitungsbau werden Gehäuse häufig aus thermoplastischen Werkstoffen ausgeführt, während die Membran passend zum Medium ausgewählt wird. Verbreitet sind handbetätigte Ausführungen sowie pneumatische oder elektrische Antriebe. Je nach Bauform liegt der Schwerpunkt entweder auf robuster Absperrung, guter Reinigbarkeit oder einer feineren Einstellung des Durchflusses.
Abgrenzung zu Klappen und Kugelhahnen
Innerhalb der Armaturen unterscheiden sich Membranventile vor allem durch die Trennung von Medium und Betätigungsmechanik. Kugelhahnen sind kompakte Absperrarmaturen mit freiem Durchgang, während Klappen vor allem bei grösseren Nennweiten und platzsparenden Einbausituationen eingesetzt werden. Membranventile sind dagegen besonders dann sinnvoll, wenn das Medium empfindlich, korrosiv oder verschmutzt ist und keine direkte Berührung mit dem Antriebsbereich erfolgen soll. Für die Auswahl ist daher nicht nur der Nenndurchmesser, sondern vor allem das Medium und die geforderte Betriebsweise entscheidend.