Aufbau und Funktionsprinzip
Das Innenrohr übernimmt den Transport des Mediums, das Aussenrohr dient als zweite Hülle. Der Zwischenraum zwischen beiden Rohren kann zur kontrollierten Ableitung oder zur Überwachung von Leckagen genutzt werden. Bei der Auslegung sind vor allem Medium, chemische Beständigkeit, Temperaturbereich, Druckverhältnisse und die Verbindungstechnik des Kunststoffsystems zu berücksichtigen.
Typische Einsatzorte in Wasser- und Abwasseranlagen
In Anlagen der Wasserbehandlung, Abwasserbehandlung und Schlammbehandlung kommen Doppelrohrsysteme vor allem dort vor, wo Chemikalien gelagert, dosiert oder zwischen Anlagenteilen gefördert werden. Das betrifft unter anderem Leitungsabschnitte in Technikräumen, unter Auffangwannen, in sensiblen Produktionsbereichen oder bei Querungen, an denen eine zusätzliche Sicherung verlangt wird. Auch bei Sanierungen bestehender Anlagen kann die doppelte Rohrführung Teil eines Schutzkonzepts sein.
Ausführungen im Kunststoff-Rohrleitungsbau
Doppelrohrsysteme werden mit unterschiedlichen Kunststoffwerkstoffen und passenden Formteilen geplant, je nach Medium und Betriebsbedingungen. Relevant sind die Abstimmung von Innen- und Aussenrohr, die Führung des Zwischenraums sowie die Einbindung von Übergängen, Halterungen und Durchführungen. Je nach Anwendung kann das System für sichtbare Installation, für geschützte Verlegung oder mit Einrichtungen zur Leckageerkennung ausgeführt werden.
Abgrenzung zu Chemieleitungen, Druckleitungen und Freispiegelleitungen
Als Leistung innerhalb des Kunststoff-Rohrleitungsbaus beschreiben Doppelrohrsysteme nicht in erster Linie die Art des Mediums oder die Strömungsform, sondern den konstruktiven Sicherheitsaufbau mit zweiter Hülle. Chemieleitungen sind auf die Förderung chemisch belastender Medien ausgerichtet, können aber ein- oder doppelwandig ausgeführt sein. Druckleitungen und Freispiegelleitungen unterscheiden sich nach hydraulischem Betriebsprinzip, nicht nach der Frage einer sekundären Einhausung. Armaturen und Dichtungen sind dazugehörige Bauteile, jedoch keine eigenständigen Doppelrohrsysteme.