Verfahrenstechnischer Aufbau von Schlammverbrennungsanlagen
Eine Schlammverbrennungsanlage ist für Brennstoffe ausgelegt, deren Wassergehalt, Konsistenz und Zusammensetzung deutlich von klassischen festen Brennstoffen abweichen. Je nach Konzept wird der Schlamm entwässert, zwischengespeichert, dosiert und der thermischen Behandlung zugeführt. Zur Anlage gehören in der Regel auch Systeme für Wärmeführung, Ascheaustrag, Mess- und Regeltechnik sowie Schnittstellen zur Rauchgasreinigung. Entscheidend ist das Zusammenspiel dieser Aggregate, damit der Betrieb bei schwankenden Schlammeigenschaften stabil bleibt.
Typische Einsatzfelder in der Schlammbehandlung
Schlammverbrennungsanlagen werden vor allem dort eingesetzt, wo behandelte Schlämme aus der Abwasserreinigung thermisch verwertet oder entsorgt werden sollen. Typisch sind kommunale Anwendungen mit Klärschlamm, in Einzelfällen auch industrielle Schlämme, sofern deren Eigenschaften für das gewählte Verfahren geeignet sind. Die Anlagen können als eigenständige Lösung oder als Teil einer grösseren Behandlungs- und Entsorgungskette ausgelegt sein. Massgeblich sind dabei Stoffstrom, Entwässerungsgrad, kontinuierlicher oder diskontinuierlicher Betrieb und die Anforderungen an Reststoffe und Emissionen.
Auslegung nach Schlammzustand, Durchsatz und Reststoffführung
Die Auslegung richtet sich stark nach dem angelieferten Schlamm. Relevante Punkte sind Feststoffgehalt, Homogenität, Heizwert, mineralische Anteile und mögliche problematische Inhaltsstoffe. Daraus ergeben sich Anforderungen an Fördertechnik, Aufgabe, thermische Führung und an die Behandlung der verbleibenden Aschen. Ebenso ist zu klären, ob Trocknungsschritte in die Anlage integriert werden, wie Prozesswärme genutzt wird und wie Betriebsunterbrüche, Lastschwankungen oder Redundanzen technisch abgedeckt werden.
Abgrenzung zu Verbrennungsöfen und Rauchgasreinigung
Im Unterschied zur Leistung "Verbrennungsöfen" umfasst "Schlammverbrennungsanlagen" nicht nur die eigentliche Brennkammer oder den Ofenapparat, sondern das gesamte auf Schlamm abgestimmte Anlagensystem. Gegenüber der "Rauchgasreinigung" liegt der Schwerpunkt früher im Prozess: bei Annahme, Konditionierung, thermischer Behandlung und Reststoffaustrag. Die Rauchgasreinigung ist zwar ein notwendiger Anlagenteil, wird in der Hierarchie aber als eigene Leistung geführt, weil sie verfahrenstechnisch auch unabhängig geplant, geliefert oder erneuert werden kann.