Was unter Filtermedien in der Wasseraufbereitung verstanden wird
Als Filtermedien gelten die Materialien, durch die Wasser in einer Aufbereitungsstufe hindurchgeleitet wird. Dazu zählen je nach Verfahren mineralische Schüttmedien, Aktivkohle oder andere speziell ausgelegte Granulate. Ihre Aufgabe kann in der mechanischen Abscheidung von Feststoffen, in der Reduktion von Trübungen, in der Adsorption gelöster Stoffe oder in der Unterstützung biologischer Prozesse liegen. Das Filtermedium übernimmt damit die eigentliche Trenn- oder Bindungsfunktion innerhalb des Filtersystems.
Typische Anwendungen von Filtermedien
Filtermedien werden in der Trinkwasseraufbereitung, in industriellen Wasserkreisläufen, bei Prozesswasser sowie in der Behandlung von Abwasser eingesetzt. Häufig dienen sie der Vorfiltration vor nachgelagerten Verfahren wie Membranfiltration, Desinfektion oder weitergehender chemischer Behandlung. Sie kommen auch dort zum Einsatz, wo partikuläre Belastungen, Farb- und Geruchsstoffe oder bestimmte organische Spurenstoffe reduziert werden sollen. Welche Medien geeignet sind, hängt stark von der Rohwasserbeschaffenheit und der gewünschten Ablaufqualität ab.
Arten, Eigenschaften und betriebliche Auslegung
Filtermedien unterscheiden sich nach Material, Korngrösse, Schichthöhe, Porenstruktur und hydraulischem Verhalten. In der Praxis werden einzelne Medien oder mehrschichtige Aufbauten verwendet, etwa mit Tragschichten und funktionalen Filterschichten. Je nach Medium stehen eher die Partikelrückhaltung, die Adsorptionsleistung oder eine stabile Durchströmung im Vordergrund. Für den Betrieb sind neben der Reinigungs- oder Rückspülbarkeit auch Abrieb, Standzeit, Reinheit und die Eignung für den vorgesehenen Wasserbereich relevant.
Abgrenzung zu Filtern und anderen Verfahren
Filtermedien sind nicht mit dem Filter als Anlage oder Bauteil gleichzusetzen. Der Filter beschreibt das Gehäuse, die Hydraulik und die verfahrenstechnische Einbindung, während das Filtermedium das darin eingesetzte Material ist. Gegenüber Sandfiltrationsanlagen bezeichnet Filtermedien den Werkstoff selbst und nicht die gesamte Anlagentechnik. Von Membranfiltration unterscheiden sie sich durch das Trennprinzip, und im Unterschied zu Chemikalien zur Wasseraufbereitung wirken sie nicht primär als dosierter Zusatzstoff, sondern als fest eingebrachtes Funktionsmaterial innerhalb der Wasseraufbereitung.