Agrarwissenschaftlerinnen und Agrarwissenschaftler beschäftigen sich mit der nachhaltigen Produktion von Lebensmitteln und nachwachsenden Rohstoffen und verbinden dabei Naturwissenschaft, Technik und Ökonomie. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Landwirtschaft, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft und tragen dazu bei, dass landwirtschaftliche Systeme auch unter veränderten klimatischen, ökologischen und wirtschaftlichen Bedingungen leistungsfähig bleiben.
Das Berufsbild ist stark wissens- und analyseorientiert. Agrarwissenschaftler:innen untersuchen, wie Pflanzen angebaut, Tiere gehalten und Böden genutzt werden können, ohne natürliche Ressourcen zu überlasten. Je nach Fachrichtung liegt der Fokus auf Pflanzenbau, Tierwissenschaften, Boden- und Umweltwissenschaften, Agrartechnik, Agrarökonomie oder nachhaltigen Produktionssystemen. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Lösungen für aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversität, Ernährungssicherheit oder Ressourceneffizienz zu entwickeln.
Der Ausbildungsweg führt in der Schweiz über ein Studium an einer Hochschule oder Fachhochschule. In der Regel beginnt dieser mit einem Bachelorstudium in Agrarwissenschaften oder Agronomie, gefolgt von einem Masterstudium mit fachlicher Vertiefung. Das Studium kombiniert naturwissenschaftliche Grundlagen wie Biologie, Chemie und Statistik mit angewandten Fächern aus Landwirtschaft, Umwelt und Wirtschaft. Praktika, Feldversuche und Projektarbeiten sind ein zentraler Bestandteil der Ausbildung und stellen den Praxisbezug sicher.
Anforderungen an Agrarwissenschaftler:innen sind hoch. Gefragt sind analytisches Denken, Interesse an naturwissenschaftlichen Zusammenhängen und die Fähigkeit, komplexe Systeme zu verstehen. Gleichzeitig braucht es eine strukturierte Arbeitsweise, Ausdauer und Genauigkeit, insbesondere bei Versuchen, Datenauswertungen und wissenschaftlichen Studien. Je nach Tätigkeitsfeld sind auch Kommunikationsstärke und Beratungskompetenz wichtig, etwa beim Austausch mit Landwirten, Behörden oder Unternehmen.
Der Arbeitsalltag ist vielseitig und abhängig vom Einsatzgebiet. In der Forschung planen Agrarwissenschaftler:innen Versuche, führen Feld- oder Laborarbeiten durch, werten Daten aus und verfassen Berichte oder wissenschaftliche Publikationen. In der Beratung analysieren sie landwirtschaftliche Betriebe, entwickeln Optimierungsvorschläge und begleiten die Umsetzung neuer Anbau- oder Produktionsmethoden. In Verwaltung oder Verbänden arbeiten sie an Richtlinien, Förderprogrammen oder Strategien für eine nachhaltige Landwirtschaft. Auch Tätigkeiten im Produktmanagement, in der Qualitätssicherung oder im Projektmanagement sind möglich.
Agrarwissenschaftler:innen sind in verschiedenen Branchen tätig. Dazu zählen die Landwirtschaft selbst, die Lebensmittelwirtschaft, die Umwelt- und Energiewirtschaft, Forschungsinstitutionen, Hochschulen sowie staatliche Stellen. Auch Unternehmen aus den Bereichen Saatgut, Pflanzenschutz, Futtermittel, Agrartechnik oder Beratung beschäftigen Agrarwissenschaftler:innen. Die Bandbreite reicht von praxisnahen Aufgaben bis hin zu strategischen und wissenschaftlichen Funktionen.
Die Zukunftsperspektiven des Berufs sind gut. Themen wie Klimaanpassung, nachhaltige Ernährung, Bodenschutz und Kreislaufwirtschaft gewinnen stark an Bedeutung. Agrarwissenschaftler:innen sind gefragt, um fundierte Entscheidungen zu ermöglichen und Innovationen in der Landwirtschaft voranzutreiben. Digitale Technologien, Datenanalyse und Präzisionslandwirtschaft erweitern das Berufsfeld zusätzlich und eröffnen neue Spezialisierungen.
Für Gesellschaft und Wirtschaft ist der Beruf von grosser Bedeutung. Agrarwissenschaftler:innen leisten einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit, zum Schutz der Umwelt und zur Weiterentwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft. Ihre Arbeit wirkt oft langfristig und indirekt, hat aber grossen Einfluss auf Ernährungssysteme und ländliche Räume.
Besonders geeignet ist der Beruf für Menschen, die Interesse an Natur, Landwirtschaft und Umwelt haben und gerne wissenschaftlich arbeiten. Wer komplexe Zusammenhänge analysieren, Lösungen entwickeln und Theorie mit Praxis verbinden möchte, findet als Agrarwissenschaftlerin oder Agrarwissenschaftler eine anspruchsvolle, sinnstiftende und zukunftsorientierte Tätigkeit.
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