Wie Energiefassaden energetisch wirken
Energiefassaden verbinden einen Fassadenaufbau mit einer klaren energetischen Funktion. Je nach Konzept wird Sonnenstrahlung durch Verglasung in den Aufbau geleitet, in Luftschichten vorgewärmt oder über speicherfähige Materialien zeitversetzt an Innenräume abgegeben. Gleichzeitig muss der Aufbau Wärmeverluste begrenzen und den sommerlichen Wärmeeintrag kontrollieren. Dazu werden Dämmung, Speichermasse, Luftschichten und Sonnenschutz als Gesamtsystem betrachtet.
Einsatz in Neubau und Fassadensanierung
Energiefassaden kommen bei Wohnbauten, Verwaltungsgebäuden, Bildungsbauten und anderen Gebäuden mit relevanten Fassadenflächen in Frage. Besonders sinnvoll sind sie dort, wo Orientierung und Nutzung eine passive Nutzung von Sonneneinstrahlung zulassen. In Sanierungen werden sie oft mit einer Fassadenerneuerung verbunden, um den Wärmeschutz zu verbessern und gleichzeitig solare Gewinne gezielter zu nutzen. Im Neubau kann der Fassadenaufbau früh auf Raumkonzept, Fensteranteile und Verschattung abgestimmt werden.
Konstruktive Ansätze und Fassadentypen
Die Ausprägung reicht von mehrschaligen Glasfassaden über Fassaden mit vorgelagerter Luftschicht bis zu opaken Aufbauten mit wärmespeichernder Schicht. Möglich sind auch Kombinationen mit beweglichem Sonnenschutz, speziellen Verglasungen oder hinterlüfteten Konstruktionen. Transparente Lösungen fördern Tageslicht und direkte solare Gewinne, während massive oder teilmassive Systeme stärker mit Speicherwirkung arbeiten. Welche Variante geeignet ist, hängt von Gebäudegeometrie, Nutzung, Fassadenorientierung und Anforderungen an den sommerlichen Wärmeschutz ab.
Abgrenzung zu Wintergärten, Energiedächern und Solarhausbau
Energiefassaden beziehen sich auf die energetische Funktion der eigentlichen Fassade. Sie unterscheiden sich von Energiedächern, bei denen die Dachfläche für solare oder thermische Zwecke genutzt wird. Wintergärten und Balkonverglasungen schaffen häufig einen vorgelagerten Pufferraum, sind aber nicht mit einer energetisch konzipierten Fassadenlösung gleichzusetzen. Der Solarhausbau beschreibt das Gesamtkonzept eines Gebäudes, während Wärmespeicher einzelne Bauteile oder Systeme bezeichnen und keine Fassadenleistung für sich sind.