Akustisch relevante Eigenschaften von Baustoffen
Für den Lärmschutz werden Baustoffe danach beurteilt, wie sie Schall reflektieren, absorbieren, dämmen oder als Körperschall weiterleiten. Massgebend sind unter anderem Flächenmasse, Steifigkeit, Porosität, Luftdichtheit, Strömungswiderstand und innere Dämpfung. Diese Merkmale wirken nicht isoliert, sondern zusammen mit Aufbau, Befestigung, Fugen und Anschlüssen.
Einsatz in Baukonstruktionen und technischen Anlagen
Verwendet werden solche Werkstoffe in Wand-, Decken- und Bodenaufbauten, in Vorsatzschalen, abgehängten Konstruktionen, Einhausungen und technischen Verkleidungen. Auch bei Schächten, Aggregateräumen, Maschinenkabinen oder lärmrelevanten Fassadenaufbauten bestimmt der Materialeinsatz, ob Luftschall abgeschirmt oder Körperschall entkoppelt wird. Die Wirkung entsteht dabei erst durch die Einbindung in ein Bauteil oder System.
Werkstoffgruppen nach ihrer Funktion im Lärmschutz
Typisch sind schwere Schichten zur Schalldämmung, poröse oder faserige Materialien zur Absorption, elastische Zwischenlagen zur Entkopplung sowie dämpfende Massen und Beschichtungen gegen Schwingungen. Häufig werden mehrere Werkstoffe zu Verbundaufbauten kombiniert, etwa mit tragender Schale, absorbierender Lage und entkoppelter Befestigung. Welche Ausprägung sinnvoll ist, hängt davon ab, ob vor allem Luftschall, Trittschall oder strukturübertragene Schwingungen reduziert werden sollen.
Abgrenzung zu anderen Lärmschutzleistungen
Innerhalb der Lärmminderungsmassnahmen und Lärmminderungsmaterialien steht diese Kategorie für die Materialebene. Geschwisterleistungen wie Akustikdecken, Trittschall-Isolationen, Resonatoren, Schalldämpfer oder Schallschutzwände bezeichnen dagegen konkrete Bauteile oder anwendungsspezifische Systeme. Auch von Gehörschutz ist die Leistung abzugrenzen, da dort personengebundener Schutz gemeint ist und nicht die bauliche oder anlagentechnische Minderung von Lärm.